«Alle haben immer Freude» - Berner fährt mit Kronleuchtern im Auto herum – und muss vor Gericht antraben

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«Alle haben immer Freude»Berner fährt mit Kronleuchtern im Auto herum – und muss vor Gericht antraben

Ein Berner montierte in seinem Auto Kronleuchter und würde gebüsst. Weil er sich dagegen wehrte landete der Fall vor dem Regionalgericht.

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Drei Kronleuchter montierte der Beschuldigte im Fond seines Wagens. (Symbolbild)

Drei Kronleuchter montierte der Beschuldigte im Fond seines Wagens. (Symbolbild)

Getty Images/EyeEm
Deswegen wurde er zweimal von der Polizei gebüsst.

Deswegen wurde er zweimal von der Polizei gebüsst.

Christian Pfander / Tamedia AG
Weil er sich gegen die Bussen wehrte, wurde der Fall am Dienstag vor dem Berner Regionalgericht verhandelt.

Weil er sich gegen die Bussen wehrte, wurde der Fall am Dienstag vor dem Berner Regionalgericht verhandelt.

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Darum gehts

Vor dem Berner Regionalgericht wurde am Dienstag ein Fall der kuriosen Sorte verhandelt: Platz nahm ein 74-jähriger Dekorateur aus Bern, der im Fond seines Autos drei Kronleuchter montiert hatte, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Die Polizei büsste ihn deswegen zweimal. Weil der Mann dies nicht auf sich sitzen liess, musste sich das Gericht damit beschäftigen.

Der Beschuldigte entpuppte sich offenbar als Mann mit grossem Unterhaltungswert: So habe sich der redselige und bei seinen Aussagen ausufernde Senior beim Gerichtsschreiber wiederholt erkundigt, ob dieser überhaupt noch mitkomme. Und als ihn die Richterin über seine Rechte und Pflichten aufklären wollte, meinte er: «Wir wollen das doch unkompliziert machen.»

Kronleuchter muss ausgeschaltet bleiben

Den Polizisten, der ihn gebüsst hatte, bezeichnete der Rentner als übermütiges «Tubeli» und «Buebli», der Schuld daran sei, dass sich das Gericht nun mit einer solchen Lappalie beschäftigen müsse. «Der Polizist hätte mir bloss sagen müssen, ich solle die Kronleuchter beim Fahren ausschalten, und ich hätte es gemacht.» Nie habe sich jemand an den Kronleuchtern gestört: «Alle haben immer Freude, wenn sie meinen Wagen sehen.»

Die erste Busse in Höhe von 250 Franken wurde dem Mann schliesslich erlassen; er habe glaubhaft darlegen können, dass man ihm bei einer früheren Kontrolle gesagt habe, eine Abdeckung sei ausreichend. Die zweite Busse in Höhe von 150 Franken muss der Mann aber bezahlen. Die Beleuchtung lenke andere Verkehrsteilnehmende zu stark ab, befand die Richterin. Die Kronleuchter dürfen zwar bleiben, müssen während der Fahrt aber ausgeschaltet sein.

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(sul)

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