Sujet 2016: Berner Fasnachtsbär in Knallrot
Aktualisiert

Sujet 2016Berner Fasnachtsbär in Knallrot

Der Fasnachtsbär dominiert in diesem Jahr das Plakat der Berner Fasnacht. Einen weiteren Vorgeschmack auf die wilden Tage gibt es in Bern am 11. November.

Stolz präsentiert der Künstler Daniel R. Dillmann das Sujet der nächsten Ausgabe der Berner Fasnacht.

Stolz präsentiert der Künstler Daniel R. Dillmann das Sujet der nächsten Ausgabe der Berner Fasnacht.

An diesem Tag nämlich geleiten die Bernerinnen und Berner das Symboltier der Fasnacht zum Käfigturm, wo der Fasnachtsbär hinter Schloss und Riegel seine Winterruhe hält. Am 11. Februar wird der Bär dann zum Fasnachtsbeginn mit Pauken und Trompeten aus dem Winterschlaf geweckt.

Die Berner Fasnacht hat eine ganz eigene Symbolik entwickelt, die aber durchaus an historische Bilder anknüpft. Älteste Belege für eine Fasnacht in Bern finden sich im 15. Jahrhundert. Mit der Reformation fiel das papistisch geltende Treiben in Ungnade.

Fasnächtliche Elemente hielten sich noch in den bis Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführten Ostermontagsumzügen. Zu den damals beliebten Figuren habe auch stets der Bär gehört, sagte Daniel Graf, Präsident des Vereins Berner Fasnacht, am Mittwoch vor den Medien. Mit der Wiederbelebung der Fasnacht in Bern zu Beginn der 1980-er Jahre erhielt das Berner Wappen- und Symboltier wiederum einen festen Platz im Geschehen.

Riesentier muss befreit werden

Regelmässig wird der Fasnachtsbär denn auch auf dem jährlich von einem Künstler oder einer Künstlerin gestalteten Plakat verewigt. Dieses Mal gestaltete der Künstler und Juwelier Daniel R. Dillmann das Plakat.

Knallrot kommt es daher. Darauf prangt der Fasnachtsbär, aufgerichtet zu voller Grösse. Wiegenden Schrittes scheint er eine unsichtbare Menge anzuführen. Der monumentale Bär ist in warmen Rot- und kühlen Grün- und Weisstönen gehalten. Das Bild erinnert an Fotos einer Wärmebildkamera. Durch die vorgestreckte, mächtigen Tatze leuchten Funken, die auf die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler überspringen sollen.

Mit der Bärenbefreiung am 11. Februar beginnen in Bern die närrischen Tage. Dazu gehören unter anderem eine Schnitzelbank-Soirée, der Kinderumzug am Freitag , Musik- und Strassentheater und am Samstag der grosse Umzug mit anschliessendem Monsterkonzert auf dem Bundesplatz. Die Berner Fasnacht ist nach Luzern und Basel die drittgrösste der Schweiz.

Nicht nur Freude

Etwas Kummer bereitete dem Verein Berner Fasnacht letztes Jahr der Plakettenverkauf. In den Vorjahren kamen etwas über 80'000 Franken zusammen, dieses Jahr nur 67'000. Eine Rolle gespielt habe sicher das garstige Wetter und die Tatsache, dass man etwas weniger Leute im Plakettenverkauf gehabt habe, führte Graf aus.

Das Minus hat kleinere Abstriche bei der Fasnacht zur Folge. So verzichten die Veranstalter auf die unterste Bühne in der Gerechtigkeitsgasse, wie Graf ausführte. Der Plakettenpreis musste von 6 auf 7 Franken erhöht werden und die weiterhin kostenlose Fasnachtszeitung wird nächstes Jahr etwas dünner ausfallen.

(sda)

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