Berner FDP geht auf Distanz zu Suter
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Berner FDP geht auf Distanz zu Suter

Der mit Alkohol am Steuer erwischte Berner FDP-Nationalrat Marc F. Suter gerät in der eigenen Partei unter Druck.

Der Präsident der kantonalbernischen FDP, Rolf Portmann, ging deutlich auf Distanz zu Suter. Bundesrat Kaspar Villiger bezeichnete Fahren in angetrunkenem Zustand als inakzeptabel.

Der Präsident der FDP des Kantons Bern bestätigte auf Anfrage die von der «Berner Zeitung» in der Samstagausgabe zitierte Position zum Fall Suter. Zunächst gelte die Unschuldvermutung, und zwar unabhängig davon, ob Suter selber einräume, dass er in alkoholisiertem Zustand ans Steuer gesessen sei, sagte Portmann. Offenbar stehe auch der Blutalkoholgehalt nicht definitiv fest. Mehrere Medien berichteten, dass Suter am vergangenen 30. April mit 1,3 Promille erwischt worden sei. Zweitens, so Portmann, sei Fahren in angetrunkenem Zustand ein schwerwiegendes Delikt und kein Kavaliersdelikt. Sollte Suter rechtskräftig verurteilt werden, so müsste er drittens über die Bücher gehen, und sich fragen, wie glaubwürdig er als Nationalrat noch sei.

Portmann wies den Verdacht zurück, dass seine Distanzierung zu Suter mit der eigenen Kandidatur für die Nationalratswahlen zusammenhänge. Ihm gehe es einzig und allein um die Glaubwürdigkeit der Politik und der Parteien.

Bundesrat Villiger sagte in einem Interview des «SonntagsBlicks» zu den Verkehrsdelikten mehrerer Parlamentarier: «Ich bin auch schon erwischt worden, aber nur wegen kleinen Überschreitungen. In der Grössenordnung von 30, 40 Franken. Inakzeptabel finde ich es, wenn jemand unter Alkoholeinfluss fährt.» Der FDP-Magistrat bescheinigte Suter gleichzeitig, er sei ein korrekter Politiker mit hohen Massstäben an sich selber. Suter sei da in etwas hineingeraten, das sicher nicht gut sei. Aber überall, wo es Menschen habe, würden Fehler gemacht.

Suters Probleme waren bekannt geworden, weil er ein Strafmandat des zuständigen Untersuchungsrichters angefochten hatte und es damit am kommenden 17. November vor dem Kreisgericht Burgdorf zu einer öffentlichen Verhandlung kommt. Suter sprach am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme von einem einmaligen Vorfall. In einem Telefoninterview des Nachrichtenmagazins «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens DRS sagte der FDP-Nationalrat, er akzeptiere den Führerausweisentzug, habe den Strafbefehl aber wegen der Höhe der Busse angefochten. Sie beträgt laut Medienberichten 17.000 Franken. Suter sagte in dem TV-Interview, die einkommensabhängige Busse sei gemäss bundesrichterlicher Rechtsprechung zu hoch ausgefallen. Laut «Berner Zeitung» räumte Suter weiter ein, dass er den Führerausweis bereits im Jahre 1993 einmal wegen übersetzter Geschwindigkeit für einen Monat habe abgeben müssen. (dapd)

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