Berner FDP lässt Hügli fallen
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Berner FDP lässt Hügli fallen

Die FDP der Stadt Bern steigt nur mit Gemeinderätin Barbara Hayoz in die Gemeinderatswahlen vom Herbst. Sie lässt damit den amtierenden Gemeinderat und Polizeidirektor Stephan Hügli fallen.

Nur mit einer Dreierliste sei die bürgerliche Wende in Bern zu schaffen, fand eine Mehrheit der Delegierten. Sie folgte dem Antrag der Parteileitung, welche im Vorfeld zusammen mit SVP und CVP eine gemeinsame Liste aufgegleist hatte. Die Partei glaubt nach den Negativ-Schlagzeilen über die Demonstration im Oktober 2007 offenbar nicht mehr an Hüglis Chancen.

Stephan Hügli selbst liess an der Versammlung offen, ob er im Herbst als wilder Kandidat antritt. Gegenüber «10vor10» gab sich der FDP-Politiker jedoch massiv enttäuscht über seine Partei, zumal er der FDP mehrere Jahrzehnte gedient habe.

Dem Antrag der Parteileitung stand der Vorschlag aus der Basis gegenüber, mit einer bürgerlichen Fünferliste anzutreten. Schliesslich habe die FDP der Stadt Bern vor einem Jahr beschlossen, in die diesjährigen Wahlen mit zwei Personen zu steigen - Hayoz und Hügli. Die FDP gebe unnötigerweise einen Regierungssitz ab.

Die Befürworter der Dreierliste argumentierten, eine Fünferliste würde vom Stimmvolk als überheblich ausgelegt. Ausserdem sei klar, dass die bürgerlichen Partner die Koalition verlassen würden, wenn die FDP mit den zwei Bisherigen anträte.

Gerade weil Barbara Hayoz mit intakten Chancen zur Stadtpräsidiumswahl antrete, bestehe die Chance, im Herbst nach 16 Jahren Rot-Grün-Mitte-Vorherrschaft in der Berner Exekutive die Wende zu schaffen.

Die FDP-Basis entschied sich mit 68 zu 51 Stimmen für die Dreierliste. Die drei Parteien werden nun mit Barbara Hayoz, die auch fürs Stadtpräsidium nominiert wurde, mit Beat Schori (SVP) und einer noch zu bestimmenden Person aus der CVP zu den Gemeinderatswahlen antreten.

Für Rot-Grün-Mitte treten Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP), Edith Olibet (SP), Regula Rytz (Grünes Bündnis) sowie eventuell eine Person aus der Grünen Freien Liste oder einer Jungpartei an. Tschäppät, Olibet und Rytz sind Bisherige. Ebenfalls eine Kandidatur angekündigt hat der parteilose «Bronco»-Gründer Jimy Hofer. (sda)

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