Berner Film-Studie: Nur die bösen Jungs sind tätowiert
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Berner Film-Studie: Nur die bösen Jungs sind tätowiert

Sind nur Bösewichte tätowiert? Was bedeutet der Strichcode im Nacken? Ein Student der Uni Bern untersuchte auf über 100 Seiten die Rolle von Tattoos in US-Filmen.

Der Drache auf dem Rücken des Triadenchefs, der Totenkopf am Arm eines brutalen Schlägers: Hollywoodfilmer bedienen sich gerne gängiger Tattoo-Klischees. «So kann der Zuschauer die Figuren einfacher sozial einordnen», sagt der Berner Sozialanthropologe Christian Wymann.

In Sachen Film-Tattoos ist Christian Wymann Experte: Rund 200 US-Streifen hat sich der 25-Jährige für seine Lizentiatsarbeit an der Uni Bern angeschaut und die darin verwendeten Tattoos analysiert.

Die Ergebnisse seiner Studie bestätigen alte Vorurteile: «Auf der Leinwand gehören Tattoos noch immer zu den bösen Jungs», fasst Wymann zusammen. Zieren sie dennoch die Haut eines Helden, deute dies auf dessen zweifelhafte Vergangenheit hin. Zwangstätowierte Nummern oder Strichcodes wiederum seien ein Hinweis auf Versklavung.

Wymann selbst ist viermal tätowiert. Negative Reaktionen kenne er aber nicht. «Nur meine Grossmutter kann die Tattoos nicht leiden. Für sie gehören Körperbilder zu Knastis und Seebären.»

Nina Jecker

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