14.01.2019 04:41

Aggressive und unkonzentrierte Schüler

Berner Gemeinde sorgt sich um Kiffer-Jugend

In Bönigen wurde erhöhter Cannabiskonsum unter Jugendlichen festgestellt. Schüler sollen zu aggressivem Verhalten neigen. Nun werden Massnahmen ergriffen.

von
pal
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Der Gemeinderat macht sich grosse Sorgen um die Jugend in Bönigen. Der Grund dafür ist der Konsum von Drogen.

Der Gemeinderat macht sich grosse Sorgen um die Jugend in Bönigen. Der Grund dafür ist der Konsum von Drogen.

Keystone/Martin Ruetschi
Die Behörden mussten feststellen, dass sich die Jugendlichen im Raum Bödeli wiederkehrend in Bönigen zum Konsum und Handel treffen.

Die Behörden mussten feststellen, dass sich die Jugendlichen im Raum Bödeli wiederkehrend in Bönigen zum Konsum und Handel treffen.

Oliver Berg
Es gebe in Bönigen durchaus Hot-Spots und Umschlagplätze, wo sich Jugendliche aus dem ganzen Bödeli zum Kiffen treffen, sagt Herbert Seiler, Bönigens Gemeindepräsident.

Es gebe in Bönigen durchaus Hot-Spots und Umschlagplätze, wo sich Jugendliche aus dem ganzen Bödeli zum Kiffen treffen, sagt Herbert Seiler, Bönigens Gemeindepräsident.

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Die Pressemitteilung klingt alarmierend: «Der Gemeinderat macht sich grosse Sorgen um die Jugend in Bönigen. Der Grund dafür ist der Konsum von Drogen. Die Behörden mussten feststellen, dass sich die Jugendlichen im Raum Bödeli wiederkehrend in Bönigen zum Konsum und Handel treffen.» Für geeignete Massnahmen müssten nun Fachstellen beigezogen werden.

«Lehrer haben über aggressive, unkonzentrierte und maulende Schüler geklagt, die den Unterricht stören», sagt Gemeinderat Roland Oppliger auf Nachfrage von 20 Minuten. Gekifft werde vermehrt in der Oberstufe. Für den Ressortvorsteher Bildung und Kultur ist klar: «Wir müssen handeln und können nicht einfach wegschauen.»

Kiffer-Treffpunkt

In Bönigen gebe es Hot-Spots und Umschlagplätze, wo sich Jugendliche aus dem ganzen Bödeli zum Kiffen treffen, sagte Gemeindepräsident Herbert Seiler der «Jungfrau Zeitung». Es seien immer die gleichen Gruppen, die sich beispielsweise am Brienzersee treffen. Dabei werde auch gedealt. Ob härtere Drogen im Umlauf sind, ist derzeit unklar.

Bereits im Dezember fand auf Einladung der Bildungs- und Kulturkommission ein Treffen mit der Polizei, der Schulsozialarbeit und der Jugendarbeit Bödeli statt. Unter den Parteien herrschte Einigkeit: Innerhalb der Schule, aber auch in der Bevölkerung brauche es vermehrt Drogenprävention.

Sensibilisierung

Alleine werde es aber schwierig, eine Lösung für die Problematik zu finden, sagt Oppliger. Auch in den benachbarten Gemeinden brauche es vermehrt soziales Engagement, damit sich das Problem nicht nur geografisch verschiebe. Erste Rückmeldungen aus den Nachbarsgemeinden seien positiv. «Man begrüsst, dass wir die Initiative ergreifen», so Oppliger.

Im Frühling finden verschiedene Info-Veranstaltungen und Workshops in Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit Bödeli statt. Auch die Eltern der Oberstufenschüler sollen ins Boot geholt werden, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Viele Einwohner hätten positiv auf die Massnahmen reagiert, sagt Oppliger: «Sie sind froh, dass endlich jemand etwas unternimmt.»

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