Stadt Bern: Berner Jugendliche sind schlaflos und gestresst
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Stadt BernBerner Jugendliche sind schlaflos und gestresst

Die Stadt Bern veröffentlicht ihren ersten Jugendgesundheitsbericht. Fazit: Viele Schüler haben ein Schlafdefizit, sind gestresst oder haben schlechtere Chancen.

von
kaf

Gesundheitsdirektorin Franziska Teuscher spricht über den Gesundheitszustand der Stadtberner Jugendlichen.

Schlafdefizite, Stress und ungleiche Bildungs- und Gesundheitschancen: Die 13- bis 18-Jährigen der Stadt Bern kämpfen mit verschiedenen Problemen, wie der Jugendgesundheitsbericht 2016 zeigt. Dies ist besonders riskant, denn: «Im Jugendalter werden Gewohnheiten angenommen, welche die Gesundheit bis weit ins Erwachsenenalter prägen werden», so die Berner Gesundheitsdirektorin Franziska Teuscher an der Medienkonferenz.

Konkret schläft jeder vierte Achtklässler zu wenig, und die Hälfte von ihnen nur knapp genug. Zu den gesundheitlichen Folgen gehörten Depressivität, Kopfschmerzen und Übergewicht. Nicht selten führe dies auch zu schlechteren Schulleistungen. Das Problem des Schlafmangels will die Stadt Bern nun mit einer Informations- und Sensibilisierungskampagne angehen. Weiter wird ein späterer Schulbeginn diskutiert, wie er am Standort Munzinger bereits erfolgreich getestet wird.

Hälfte fühlt sich gestresst und nervös

Doch nicht nur schlaflose Nächte beschäftigen die jungen Berner: Die Hälfte der 16- bis 18-Jährigen wünschen sich Hilfe wegen Stress und Nervosität, und je ein Viertel wegen Traurigkeit oder Problemen mit dem Gefühlsleben. Auch bei den Achtklässlern zeigen 16% der Mädchen und 9% der Jungen ein mässiges bis schlechtes psychisches Befinden. 12% beider Gruppen haben keine Vertrauensperson, mit der sie über ihre psychischen Probleme sprechen können.

Ein weiteres Problem sind ungleiche Gesundheits- und Bildungschancen. So treiben Jugendliche mit Eltern ohne nachobligatorische Bildung weniger Sport, essen seltener ein Frühstück oder Znüni und verbringen mehr Zeit mit digitalen Medien als Kinder von höher gebildeten Eltern. Sie leiden auch vermehrt an schlechtem psychischen Befinden oder Übergewicht und berichten öfter über Schulprobleme. Weniger von ihnen schaffen es in die Sekundarstufe I auf Sek-Niveau, besonders ausländische Jugendliche aus bildungsfernen Familien.

Grosse Mehrheit schätzt ihre Gesundheit positiv ein

Doch nicht alle Jugendliche klagen über Probleme: Generell schätzen über 80% der Stadtberner Jugendlichen ihre Gesundheit positiv ein, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. In der schulärztlichen Untersuchung zeigten sich allerdings verbreitet auch Allergien (25 Prozent), Kopf- oder Bauchschmerzen (je 10 Prozent) sowie weitere gesundheitliche Belastungen.

Die Eltern seien für alle Probleme ihrer Kinder die erste Anlaufstelle, betonten die Stadtberner Behörden. Sie sollen vermehrt die Möglichkeit erhalten, sich zu informieren und auszutauschen.

(kaf/sda)

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