Berner Kirche distanziert sich von Anti-WEF-Podium
Aktualisiert

Berner Kirche distanziert sich von Anti-WEF-Podium

Die reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn distanziert sich vom Anti-WEF-Podium, das am 15. Januar im Kornhaus Bern stattfindet.

Die Kirche würde dabei in die Ecke der Globalisierungsgegner Ecke gestellt. Dahin gehöre sie aber nicht.

Am Podium sollen Perspektiven des Widerstands gegen das WEF diskutiert werden, heisst es auf dem Infoblatt. Organisiert wird die öffentliche Diskussion von der globalisierungskritischen Gruppe «Perspektiven nach Davos». Dahinter stehen die städtische Kommission für Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit (OeME), die Attac Bern und die Anti-WTO-Koordination Bern.

Auch die kantonale OeME wurde für die Organisation und Teilnahme am Podium angefragt. Der Synodalrat hat sich dagegen entschieden: «Wir distanzieren uns von diesem Podium. Es handelt sich um einen Aufruf zur Mobilisierung und Organisation der Demos am 17. Januar», sagte Synodalrat Samuel Lutz auf Anfrage am Dienstag.

Irene Meier von der städtischen OeME ist enttäuscht über die Absage: «Vielleicht nehmen wir auch nicht teil und lassen einen leeren Stuhl als Protest.»

Erst vor kurzem hat der Synodalrat das Papier «Für die Globalisierung der Gerechtigkeit» verabschiedet. Dieses Papier soll unter anderem auch die Haltung der reformierten Kirche gegenüber dem WEF regeln. So steht in der Broschüre, die Kirche stehe in einem kontinuierlichen Dialog mit der globalisierungskritischen Bewegung.

Weiter heisst es, eine punktuelle Zusammenarbeit könne angestrebt werden, etwa durch die Mitgestaltung von regional angesiedelten Debatten im Umfeld des WEF. Für Lutz ist das Podium etwas anderes: «Wir würden dabei in die Ecke der Globalisierungskritiker gestellt. Wir sind aber keine Globalisierungskritiker, sondern suchen die kritische Auseinandersetzung mit beiden Seiten.»

(sda)

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