Aktualisiert 07.06.2016 12:36

Pilotprojekt

Berner KMU fahren jetzt eCargo-Bikes

Ab sofort werden Bier, Sirup und sogar Kinder per eCargo-Bike durch die Berner Strassen kutschiert. Neun KMU testen die Lastenvelos bis Ende November.

von
Annina Häusli
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In einem Pilotprojekt des Berner Amtes für Umweltschutz testen neun Berner KMUs bis im November den Einsatz von eCargo-Bikes.

In einem Pilotprojekt des Berner Amtes für Umweltschutz testen neun Berner KMUs bis im November den Einsatz von eCargo-Bikes.

20 Minuten/aha
Eines der teilnehmenden Unternehmen ist die Kita Matahari. Geschäftsführerin Darina Hürlimann freut sich bereits darauf, die Kinder damit herumzufahren.

Eines der teilnehmenden Unternehmen ist die Kita Matahari. Geschäftsführerin Darina Hürlimann freut sich bereits darauf, die Kinder damit herumzufahren.

20 Minuten/aha

Nun setzen auch Berner Unternehmen auf eCargo-Velos. Am Dienstag präsentierte das Amt für Umweltschutz sein neues Pilotprojekt: Unter dem Motto «Mir sattlä um» sollen KMU das Geschäftsauto durch eCargo-Velos ersetzen. «Viele Geschäftsfahrten von KMU könnten von der Distanz und der Transportmenge her statt mit dem Geschäftsauto mit einem eCargo-Bike erledigt werden», sagt Umweltdirektor Reto Nause. Die Lastenvelos seien kostengünstige und umweltverträgliche Transportmittel.

Cargobike als Kinderkutsche

Neben Bäckereien, einem Siruphersteller, einer Brauerei und anderen Berner KMU nimmt auch eine Kita am Pilotprojekt teil. «Wir werden das eCargo-Bike vor allem dazu nutzen, Waren zwischen unseren zwei Kitas hin und her zu fahren», so Darina Hürlimann, Geschäftsführerin der Kita Matahari. Auch die Kids werden vom neuen Transportmittel profitieren können: Für die Kita wurde ein spezielles Modell hergestellt, damit auch Kinder herumkutschiert werden können – natürlich inklusive Anschnallgurt. «So können wir mit den Kindern in die Natur fahren oder sie von zu Hause abholen», sagt Hürlimann. Auch beim wöchentlichen Gemüseeinkauf werde das Lastenvelo in Zukunft zum Einsatz kommen.

Das Elektroinstallationsgeschäft Mathys + Götschmann erledigt seine Aufträge normalerweise mit dem Auto. Geschäftsführer Adrian Götschmann erhofft sich vom Lastenvelo bessere Parkmöglichkeiten. Ausserdem brauche man mit dem Velo keine Tagesbewilligungen. «Das Auto wird das eCargo-Bike aber nie vollständig ersetzen können.»

Stadt gewährt 30 Prozent Rabatt

Ein Bike kostet je nach Modell zwischen 4500 und 5500 Franken und kann mit bis zu 150 Kilogramm beladen werden. Während der Pilotphase offeriert die Stadt das eCargo-Bike. Nach dem Ablauf des Pilotprojekts können die KMU das Lastenvelo mit 30 Prozent Rabatt erwerben.

Der Einsatz der eCargo-Bikes wird während des Projekts begleitet und analysiert. Nach der Auswertung wird anschliessend entschieden, ob im nächsten Jahr eine zweite Phase mit weiteren KMU durchgeführt werden soll. Das Pilotprojekt dauert bis Ende November. Die Stadt will mit dem Projekt einen Beitrag an die Umsetzung seiner Energie- und Klimastrategie leisten.

Die Berner sind Schweizer Vorreiter, was eCargo-Bikes betrifft: Bereits seit vergangenem Herbst gibt es ein eCargo-Bike-Sharing für Private und Unternehmen.

Die Teilnehmer

Neben der Kita Matahari und der Mathys + Götschmann AG nehmen auch die Confiserie Glatz, die Bäckerei Bread à Porter, das Kaffee Montag, der Sirupier de Berne, die Bierbrauerei Oberbottiger Kurbelbräu, die Geschenkagentur sürprisen, und der Hauswartsdienst L&H Dienste am Pilotprojekt teil. (aha)

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