Aktualisiert 18.05.2016 06:13

Automatische Lenkung

Berner lässt Tesla selber zur Arbeit fahren

Er gehörte zu den 27 ersten Tesla-Fahrern in Europa. Nun fährt Martin Spielers Bolide ganz von selbst um den Thunersee.

von
Mira Weingartner

Der Berner Martin Spieler mit dem Tesla P90D. Der Bord-Computer des Wagens lenkt das Fahrzeug ganz alleine. <i>(Video: Philipp Stirnemann / Mira Weingartner)</i>

Wie von Geisterhand gesteuert bewegt sich das Lenkrad im Auto von Martin Spieler (53) aus Merligen BE: Sein Tesla-Elektroauto ist mit der neusten Lenkautomatik aus dem amerikanischen Silicon Valley ausgestattet. Durch zweimaliges Antippen des Tempomat-Hebels folgt das Model S der Fahrspur ganz von selbst. «Eigentlich müsste ich gar nichts machen und das Auto würde mich selbständig zur Arbeit fahren», sagt Spieler. So ist auch die kurvenreiche Strecke am rechten Thunersee-Ufer für den Bord-Computer seiner silbernen Limousine P90D kein Problem. Vor einem im Weg stehenden Objekt bremst das Auto dank Sensoren rechtzeitig ab. Die Weiterfahrt nimmt der schicke Sportwagen selbständig in angemessenem Tempo wieder auf.

Doch der Auto-Roboter mahnt auf dem grossen Display auch zur Vorsicht: Die Hände muss der Lenker während der Fahrt stets am Steuerrad lassen. «Der Fahrer trägt trotz Automatik die gesamte Verantwortung über den Wagen», sagt Spieler. Restlos vertraut der CEO einer Thuner Elektrofirma dem Bord-Computer noch nicht. Spieler: «Von einem menschlichen Intellekt ist dieser Roboter noch weit entfernt.» So nehmen die Sensoren des Gefährts etwa am Fussgängerstreifen wartende Personen nicht wahr, auf der Strasse liegende kleinere Steine überfährt er schonungslos.

Auto fährt alleine aus Garage

Deshalb bevorzugt Spieler derzeit noch seine Herrschaft über den rund 130'000 Franken teuren Wagen. Doch das US-Elektroauto biete noch weiteren Hightech-Luxus: Während Spieler in seinem Haus am Thunersee noch den morgendlichen Kaffe schlürft, fährt sein Auto bereits aus seiner privaten Garage vor die Haustüre. Die Befehle hierfür erteilt er via App – «alles läuft ferngesteuert und kann im Voraus programmiert werden.»

Die Elektronik, die in den amerikanischen Werken von Tesla Motors ausgetüftelt wird, sei das Beste, was die Autoindustrie derzeit zu bieten habe, so Spieler. Doch nicht nur der «Schnickschack» begeistert den Geschäftsmann – in erster Linie hat es ihm die hohe Umweltfreundlichkeit angetan: «Da ich zuhause eine eigene Solaranlage und eine damit verknüpfte Ladestation für meinen Tesla habe, belaste ich die Unwelt kaum», sagt Spieler, dessen Unternehmen in Thun Solaranlagen installiert.

Die Pionier-Rolle gefällt Spieler: «Tesla wird die Autobranche revolutionieren – und ich war von Anfang an mit an Bord.» Er gehörte 2013 etwa zu den 27 ersten Tesla-Besitzern Europas. Auch ist er an den Tesla-Hauptsitz nach Palo Alto gereist, um Gründer Elon Musk persönlich zu treffen. Leider erfolglos –, doch Spieler ist sicher: «Bereits ab 2020 werden solche Elektroautos von einem grossen Teil der Bevölkerung gefahren.» Einmal angeschafft, seien die Unterhaltskosten für die Fahrzeuge weit tiefer als die von mit Benzin oder Diesel betriebenen PKWs. Und auch die Strassen würden in den nächsten Jahren den modernen Lenk-Automatismen angepasst.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.