Flizzer: Berner lanciert faire und nachhaltige Unterhosen
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FlizzerBerner lanciert faire und nachhaltige Unterhosen

Kevin Bucher hat sämtliche Unterwäscheabteilungen der Stadt durchkämmt. Sein Fazit war wenig zufriedenstellend: Deshalb hat er eine eigene Firma gegründet.

von
Benjamin Hostettler

«Flizzer»- Gründer Kevin Bucher im Gespräch (Video: Benjamin Hostettler)

Der 39-Jährige hat sich in der Vergangenheit oft Gedanken über Herrenunterhosen gemacht: «Entweder zwicken sie, rutschen hinauf oder bestehen aus speziellem Material», kritisiert er. So hat er sich zum Ziel gesetzt, selber eine optimale Unterhose zu entwickeln. Seit Kurzem vertreibt Bucher nun unter dem Label Flizzer die für ihn perfekte Unterhose: Sie sei bequem, rutschfest, von hoher Qualität und vor allem völlig nachhaltig produziert.

Bis zur Realisierung habe es Jahre gedauert. «Die Prototypentwicklung und Verhandlungen waren äusserst zeitintensiv und nervenaufreibend», erzählt der Boxershorts-Hersteller.

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Gründer ist der 39-jährige Berner Kevin Bucher.

Gründer ist der 39-jährige Berner Kevin Bucher.

bho
Die Unterhosen haben laut Flizzer «eine angenehme Passform und sitzen perfekt».

Die Unterhosen haben laut Flizzer «eine angenehme Passform und sitzen perfekt».

ZVG
Die Boxershorts werden in verschiedenen Farben angeboten.

Die Boxershorts werden in verschiedenen Farben angeboten.

bho

«Nachhaltige Labels sind hipp geworden»

Besonders wichtig ist dem Berner bei seiner Unterwäsche der ökologische Aspekt: Die Flizzer sind vollkommen «bio». Somit erobert der Ökotrend nun auch die intimste Stelle des Mannes.

Das Berner Unternehmen achtet bei der Herstellung besonders auf kurze Vertriebswege. So erfolgt das Färben und der Zuschnitt der Flizzer-Unterhosen in Deutschland. Ausserdem enthalten die Boxershorts keinerlei Schadstoffe. Buchers Firma achtet bei der Wahl der Handelspartner auf deren Zertifizierung. Damit will er Mitarbeiter und Umwelt schützen.

«Der Trend zur nachhaltigen Produktion ist definitiv erkennbar», erzählt Bucher. Die Branche habe sich aber diesbezüglich stark verändert. Vor Jahren habe es schon Unternehmen gegeben, welche nachhaltige Kleider herstellen. «Diese haben sich jedoch ausschliesslich auf die Nachhaltigkeit konzentriert und haben eher hippiemässige Jutetaschen hergestellt.» Mittlerweile gebe es aber junge und innovative Firmen, die zeitgemässe, nachhaltige Kleidung herstellen.

«Kleiner Prozentsatz unter vielen»

Eine Zunahme an nachhaltig hergestellten Textilprodukten sieht man auch bei Public Eye (ehemals Erklärung von Bern). Die NGO, die sich für eine gerechtere Globalisierung einsetzt, findet es positiv, dass über das Thema gesprochen wird. «Nachhaltige Unternehmen im Textilbereich machen heutzutage nur einen kleinen Prozentsatz aus», weiss Textilexperte David Hachfeld.

Zudem sei es sehr wichtig, «dass die Unternehmen die Versprechen auch einlösen.»

Unterhosen-Macher Bucher möchte nicht bloss leere Versprechen abgeben. So wahrt er selbst bei der Verpackung den ökologischen Gedanken – die Unterhosen werden für die Auslieferung in umweltfreundliches Material eingepackt. Bucher hat noch etliche weitere Ideen: In Zukunft möchte er seine Firma weiter ausbauen und nebst den zwei Standorten in Bern auch grössere Geschäfte wie etwa Globus beliefern.

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