Gefangen im Paradies: Berner Lehrer kehrt am Dienstag zurück
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Gefangen im ParadiesBerner Lehrer kehrt am Dienstag zurück

Freude herrscht: Der seit zwei Wochen in Ägypten festgehaltene Rolf Künti darf in die Schweiz zurückkehren. Am frühen Dienstagabend wird der Lehrer in Genf landen.

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sma/am

Jubel beim 29-jährigen Berner Lehrer Rolf Künti: Heute Nachmittag hat ihn der Schweizer Botschafter informiert, dass ihm die ägyptischen Behörden eine Ausreisegenehmigung erteilen werden. Der Heimkehr zu seiner Familie und seinen Schülern in Ipsach BE dürfte damit nichts mehr im Wege stehen. «Ich bin wahnsinnig erleichtert, ich kann es kaum glauben», so der SVP Gemeinderat zu 20 Minuten.

Das Schweizer Aussendepartement hat die Ausreise auf Anfrage bestätigt. Die Angehörigen wurden durch das EDA ebenfalls umgehend über diese erfreuliche Entwicklung informiert.

Willkommensparty am Dienstag

Seine Mutter kann die frohe Botschaft jedoch noch immer nicht richtig glauben: «Erst wenn ich Rolf wieder in die Arme schliessen kann, werde ich das Ganze realisieren.» Die Freude über den überraschenden Entscheid sei aber jetzt schon riesig: «Ich finde gar keine Worte, um meine Glücksgefühle zu beschreiben.» Sie habe sofort einen Flug für ihren Sohn gebucht und nun stehe fest: «Rolf wird am Dienstag in Genf landen.»

Am Abend sei in der Gemeinde Wahlendorf BE bereits ein grosses Fest geplant. «Das ganze Umfeld stand uns in dieser schweren Zeit mental zur Seite. Mit ihnen und Rolf wollen wir eine grosse Willkommensparty feiern», so die Mutter weiter.

Nicht nur bei der Familie, auch in der Schule in Ipsach hat man die Nachricht mit grosser Erleichterung aufgenommen. Sowohl der Schulleiter, als auch die Schüler sind voller Vorfreude: «Ich habe seine Witze und seinen Turnunterricht sehr vermisst», so der Schüler Alix Franck. Zusammen mit seiner Mutter hat er gar «Free Künti» T-Shirts gedruckt. Bei der Rückkehr Küntis sollen alle Schüler ein solches T-Shirt tragen.

Opfer einer Namens-Verwechslung

Künti wollte am 15. April nach Badeferien in Sharm-el-Sheik am Roten Meer zurück in die Schweiz fliegen. Bei der Kontrolle am Flughafen nahmen ihm die Beamten den Reisepass ab. Als Begründung sagten sie, sein Name stehe auf einer schwarzen Liste. Die Ausreise wurde ihm wegen angeblichem Terrorverdacht verweigert. Anscheinend soll es sich laut Künti um eine Namensverwechslung gehandelt haben.

An dieser Theorie wird jedoch bereits gezweifelt. Gerüchten zu Folge soll Rolf Künti nicht wegen einer Namensverwechslung, sondern aufgrund einer gerichtlichen Verfügung betreffend unbezahlter Schulden die Ausreise verwehrt worden sein. Sowohl Rolf Künti als auch seine Familie weisen diese Vorwürfe vehement zurück. Das EDA wollte dazu keine Stellung nehmen.

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