Aktualisiert 16.07.2015 13:54

Spiegel Online lobt

Berner Lorraine ist so hip wie Kreuzkölln in Berlin

Das deutsche Online-Magazin Spiegel.de singt eine Lobeshymne auf Bern: Besonders toll seien der entspannte Lebensstil, die Aare und das neue Trendviertel, die Lorraine.

von
smü
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Bier-Café: Die Barbière-Crew im Breitenrain stösst im März 2014 auf eine erfolgreiche Eröffnung an.

Bier-Café: Die Barbière-Crew im Breitenrain stösst im März 2014 auf eine erfolgreiche Eröffnung an.

20 Minuten/Mira Weingartner
Hitzewelle: Wer kann, springt im Sommer 2015 auf einen Schwumm ins kühle Nass der Aare.

Hitzewelle: Wer kann, springt im Sommer 2015 auf einen Schwumm ins kühle Nass der Aare.

20 Minuten/Alessandro Meocci
Aus der Berner Lorraine in die Welt: Die Ingwerer-Erfinder Peppe Jenzer und Simon Borchardt expandieren mit ihrer Ingwer-Likör-Idee ins Ausland. In Wien ist das Kultgetränk zu haben.

Aus der Berner Lorraine in die Welt: Die Ingwerer-Erfinder Peppe Jenzer und Simon Borchardt expandieren mit ihrer Ingwer-Likör-Idee ins Ausland. In Wien ist das Kultgetränk zu haben.

ZVG

«Nume nid z'gsprängt» – eine deutsche Journalistin taucht in den Berner Lebensstil ein und huldigt der Bundesstadt in einem Online-Artikel des «Spiegel».

Die Autorin Bettina Hensel setzt zu einer eigentlichen Lobeshymne an: Man solle unbedingt in die «brave Schweizer Bundesstadt» reisen, denn hier würden junge Kreative die ganze Stadt in Sommerlaune versetzen.

Aareschwumm, Gelati und Bier

Die Journalistin lässt sich etwa von den Bungee-Surfern auf der Aare faszinieren. Surf-Lehrer Manuel Gerster zeige «kunstvolle Pirouetten» und erzählt im Artikel, dass die Berner bereits um die Jahrhundertwende mit Stahlseilen auf dem Fluss surften. Gehuldigt wird natürlich auch dem liebsten Hobby der Berner, dem Aareschwumm.

Die Autorin zieht es auch in den Breitenrain, wo sie bei den «Gelati-Ideologen» der Gelateria di Berna die Kunden in der Schlange beobachtet, die für Eigenkreationen wie Alpenminze-Stracciatella anstehen. Hensel lobt die Initiative der Gelateria-Inhaber, die mit Paletten und Pflanzenkübeln mithalfen, den Stauffacherplatz zu beleben.

Aber auch Durst macht sich breit, der in der Barbière wenige Schritte weiter gelöscht werden kann. Die Inhaber der Bar und Mini-Brauerei könnten als Reformer des Breitsch gesehen werden, heisst es im Artikel. Die Terrasse sei im Sommer stets voll und die Eigenkreationen würden sich in der «Hauptstadt des Biers» gut gegen 90 andere Brauereien behaupten.

Sowohl die Brauerei- wie auch die Gelateria-Inhaber würden Teilzeit arbeiten und stellten den Profit nicht in den Vordergrund. «Die Sehnsucht nach einer Nebenbeschäftigung, die kreativ ausfüllt, ist gross», kommt Hensel zum Schluss.

Lorraine-Bewohner wehren sich gegen Gentrifizierung

Die Autorin besucht schliesslich die angrenzende Lorraine und findet: «Das ehemalige Arbeiterviertel im Norden ist längst schon so hip wie Kreuzkölln in Berlin.» In der Lorraine trifft sie die Likör-Experimenteure Peppe Jenzer und Simon Borchardt, die das Berner Kultgetränk Ingwerer erfanden.

Die beiden sind mit ihrer Ingwer-Likör-Kreation bereits international erfolgreich und expandierten in die österreichische Hauptstadt Wien. Erfunden wurde das Likör-Rezept in der heimischen Küche in der Lorraine. Auch Jenzer und Borchardt gehe es in erster Linie nicht ums Geld, sondern darum, ihre Idee ohne Fremdkapital umzusetzen.

Die Lorraine biete viel Potential zur Entfaltung, befinde sich aber in einer turbulenten Gentrifizierungsphase – Immobilienhändler kauften Häuser auf, um diese nach einer Renovierung teurer zu vermieten. Likör-Macher Jenzer hoffe, dass der Geist des alternativen Viertels mit seinen vielen Graffiti und dem dörflichen Charakter erhalten bleibe. Jenzer: «Die Leute in der Lorraine wehren sich, gründen Genossenschaften und kaufen selber Häuser.»

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