Radioaktiver abfall: Berner Mikrotechik-Unternehmen erfindet eigene Recycling-Anlage
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Radioaktiver abfallBerner Mikrotechik-Unternehmen erfindet eigene Recycling-Anlage

Das Berner Unternehmen Mb-Microtec aus Niederwangen BE hat eine weltweit einzigartige Recycling-Anlage erfunden. Mit ihr kann die Firma den eigenen radioaktiven Abfall wiederverwerten.

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Die Recycling-Anlage funktioniert im Prinzip wie die Abwasserreinigung.

Die Recycling-Anlage funktioniert im Prinzip wie die Abwasserreinigung.

Mb-Microtec
Das Tritium wird extrahiert, mit einem Filter freigesetzt und kann schlussendlich vollumfänglich wiederverwendet werden.

Das Tritium wird extrahiert, mit einem Filter freigesetzt und kann schlussendlich vollumfänglich wiederverwendet werden.

Mb-Microtec
Das Unternehmen Mb-Microtec ist die Erfinderin der Selbstleuchttechnologie.

Das Unternehmen Mb-Microtec ist die Erfinderin der Selbstleuchttechnologie.

Mb-Microtec

Darum gehts

  • Das Berner Unternehmen Mb-Microtec ist Erfinderin der Selbstleuchttechnologie. Dabei entstehen jedoch radioaktive Abfälle.

  • Um diese wiederverwerten zu können, hat das Unternehmen eine eigene Recyclinganlage entwickelt.

  • Dafür wurde die Firma für den renommierten Wirtschaftspreis «Prix SVC» nominiert.

Das Berner Mikrotechnik-Unternehmen Mb-Microtec ist die Erfinderin der Selbstleuchttechnologie. Dabei werden Glaskapillaren mit Zinksulfid beschichtet und mithilfe von Tritium zum Leuchten gebracht. Die entstandene Leuchtkraft hält ohne externe Energiequelle über Jahrzehnte. Die Technologie wird unter anderem in der Uhren- und Autobranche verwendet. Aber auch in der Luft- und Raumfahrt: «Die Technologie wird beispielsweise zum Beleuchten sicherheitsrelevanter Cockpitanzeigen und Schalter eingesetzt», sagt Sina Ronner, Executive Assistant von Mb-Microtec.

Jedoch gab es bei der Herstellung bislang ein grosses Problem: Beim Produktionsverfahren fällt Abfall an. Und da dieser radioaktive Elemente enthält, musste er bislang eingeschweisst und zwischengelagert werden. Jährlich entstanden so 35 Kilogramm tritiumhaltigen Abfall. Um den entstandenen Abfall wiederverwenden zu können, tüftelte das Unternehmen an einem eigenen Recycling-System.

Jahrelange Entwicklung

Tritium ist ein schwach radioaktives Isotop, aber ungefährlich: «Tatsächlich nimmt jemand, der täglich eine Banane isst, mehr Radioaktivität zu sich als jemand, der täglich mit Tritium arbeitet», sagt Ronner. Die Recycling-Anlage ist nun in Betrieb. «Wir verfügen über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Tritium. Das daraus gebildete Wissen wurde durch die internen Ingenieure, Chemiker und Physiker und externe Spezialisten über mehrere Jahre in die Entwicklung einer sicheren und effizienten Anlage gesteckt», sagt Sina Ronner von Mb-Microtec.

Die Anlage funktioniert dabei im Prinzip wie die Abwasserreinigung: Das Tritium wird extrahiert, mit einem Filter freigesetzt und kann schlussendlich vollumfänglich wiederverwendet werden. Die Qualität des gewonnenen Tritiums sei identisch mit der Qualität des eingekauften. Für die Bemühungen wurde die Mb-Microtec für den «Prix SVC», einen der renommiertesten Wirtschaftspreise der Schweiz, nominiert.

(RC)

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