12.07.2017 07:30

Polizei bereit

Berner planen Solidaritäts-Demo für G20-Chaoten

Linksradikale Gruppierungen rufen zu einer Demonstration für die in Hamburg verhafteten Demonstranten auf. Die Berner Polizei wappnet sich.

von
ehs
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Muss sich Bern auf einen «Demo-Samstag» einstellen? Linksautonome Gruppen rufen zur Solidaritäts-Demonstration für in Hamburg verhaftete und verletzte Anti-G20-Protestierende auf (im Bild: Ausschreitungen in Bern im März 2016).

Muss sich Bern auf einen «Demo-Samstag» einstellen? Linksautonome Gruppen rufen zur Solidaritäts-Demonstration für in Hamburg verhaftete und verletzte Anti-G20-Protestierende auf (im Bild: Ausschreitungen in Bern im März 2016).

Keystone/str
Die Polizei werde mit einem «entsprechenden Dispositiv» im Einsatz stehen, sagt ein Sprecher (im Bild: Protestkundgebung vor der Berner Reitschule im Februar 2017).

Die Polizei werde mit einem «entsprechenden Dispositiv» im Einsatz stehen, sagt ein Sprecher (im Bild: Protestkundgebung vor der Berner Reitschule im Februar 2017).

Keystone/Stringer
Am Wochenende eskalierte in Hamburg der Protest des Schwarzen Blocks gegen den G20-Gipfel. Auch Schweizer sollen sich dem Schwarzen Block angeschlossen haben.

Am Wochenende eskalierte in Hamburg der Protest des Schwarzen Blocks gegen den G20-Gipfel. Auch Schweizer sollen sich dem Schwarzen Block angeschlossen haben.

Hamburger Polizei

Zwei linksradikale Gruppierungen rufen zu einer Solidaritäts-Kundgebung für die in Hamburg verhafteten und verletzten G20-Demonstranten auf. Das berichtet der «Bund» heute. Hinter dem Aufruf stehen die Revolutionäre Jugend Bern und das Infoportal der Anarchistischen Gruppe Bern. Sie kündigen den Anlass auf einer Website und auf Facebook an. «Solidarisieren wir uns mit den Gefangenen» und «setzen wir ein Zeichen gegen reaktionäre Repressionsfantasien», heisst es da.

Ein Sprecher der Kantonspolizei Bern sagt dem «Bund», man beobachte die Lage laufend und werde mit einem entsprechenden Dispositiv im Einsatz stehen. Die Ereignisse in Hamburg spielten eine Rolle bei der Vorbereitung, sagt CVP-Sicherheitsdirektor Reto Nause. Unklar ist, ob die Demonstration angemeldet wurde.

Auch Reitschule im Visier

Bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg kam es zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière sprach von «gewalttätigen Extremisten». Die Hamburger Polizei hatte über 90 Personen festgenommen. Auch neun Schweizer wurden vorübergehend in Haft oder in Gewahrsam genommen. Gegen einen 29-jährigen Schweizer ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft. Er wird der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt. Er soll Glasflaschen auf Polizisten geworfen und einem Passanten einen Faustschlag versetzt haben.

Im Zusammenhang mit den G20-Protesten prüft die Berner Staatsanwaltschaft zudem ein Verfahren gegen die Betreiber des Berner Kulturzentrums Reitschule. Diese hatten auf das Dach ihrer Lokalität Sprüche wie «Smash G20» oder «Shoot G20» malen lassen. Die Ermittler prüfen nun, ob diese Parolen strafrechtlich relevant sind, wie der «Blick» gestern berichtete.

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