Facebook-Nomination: Berner Politiker stellen sich der Bade-Mutprobe
Aktualisiert

Facebook-NominationBerner Politiker stellen sich der Bade-Mutprobe

Der Nominations-Trend greift auf die Berner Politik über. Exponenten von links bis rechts lösen die Aufgabe sehr unterschiedlich – oder gar nicht.

von
Thomas Kohler

Nachdem sich SVP-Nationalrat Lukas Reimann ins Marzili-Bassin stürzte, wagten sich dieser Tage diverse Berner Politiker ins kalte Nass. Das Spiel verbreitet sich über Facebook – das Redaktionsteam des Regionalsenders Telebärn wurde ebenfalls herausgefordert und nominierte seinerseits nebst BDP-Grossrat Samuel Leuenberger, den SP-Kantonalpräsidenten Roland Näf, FDP-Stadtrat Bernhard Eicher auch die Grüne Nationalrätin Aline Trede. Jeder erhielt 48 Stunden Zeit, um in einem öffentlichen Gewässer zu baden und so die Wette zu erfüllen.

Biertauchen als Motivationsspritze

Trede suchte sich gestern als Location die Badi Weyermannshaus aus: «Die Aare war mir durch den vielen Regen zu gefährlich und hätte auch ein falsches Zeichen gesetzt», sagt Trede, «deshalb wähle ich mit dem Weyerli ein eher ruhiges Gewässer aus.» Mit nur 13 Grad Wassertemparatur war der Badespass jedoch alles andere als angenehm. Trede erhielt jedoch eine zusätzliche Motivation – die Burgdorfer Gasthausbrauerei versenkte auf dem Grund des Weyerlis eine Flasche Bier. Diese holte Bier-Liebhaberin Trede nach dem Sprung ins kalte Wasser strahlend ans Ufer.

Baden ging am Dienstagnachmittag auch SP-Politiker Roland Näf – er stellte sich unter den «schönstenWasserfall an der Aare zwischen Muri und Allmendingen».

Bereits am Montag erfüllte Samuel Leuenberger seine Nomination. Er zwängte sich in einen Dorfbrunnen in Trubschachen und stieg mit den Worten «Äs isch chaut wine Moore» wieder aus dem Wasser empor. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da das Quellwasser nur rund 6 Grad warm war. Von seinen nachnominierten Personen verlangt Leuenberger nicht wie üblich eine Kiste Bier als Wetteinsatz, sondern eine Spende an die Krebsliga. «So hat der ganze Spass auch einen positiven Zweck», ergänzt Leuenberger.

Grand-Prix statt Wasser-Gag

Als bisher Einziger will Bernhard Eicher (FDP) die Nomination nicht erfüllen. «Privat mag dies ein cooler Spass sein, die Politik ist jedoch in erster Linie eine ernste Angelegenheit», sagt Eicher. «Ich finde, Politiker müssen sich nicht jedem Gag stellen, nur damit sie 10 Sekunden mediale Aufmerksamkeit erhalten.» Angst, dass er unter den Politikern nun als Weichei gilt, hat Eicher aber keine. «Manchmal muss man halt gegen den Strom schwimmen.» Er laufe dafür in zwei Wochen zum wiederholten Mal den Grand-Prix von Bern. Dies erfordere ebenfalls Mut und Coolness und zudem noch eine Portion Durchhaltevermögen.

Die Wassermutprobe wird jedenfalls auch in Zukunft noch zu reden geben. So nominierte Trede nach ihrer Tauchaktion im Weyerli niemand Geringeres als den Chef der Armee, André Blattmann. «Falls er meiner Aufforderung nicht nachkommt, soll er einen Betrag an die Anti-Gripen-Kampagne spenden», sagt die Grüne Nationalrätin.

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