Gerät mit Nachtsichtfunktion: Berner Polizei überwachte illegale Strassenparty mit Hightech-Drohne
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Gerät mit NachtsichtfunktionBerner Polizei überwachte illegale Strassenparty mit Hightech-Drohne

Hunderte Menschen nahmen am vergangenen Samstagabend an einer illegalen Party in Bern teil. Zahlreiche Sachbeschädigungen wurden begangen. Die Kapo Bern überwachte den Event mit einer Drohne aus der Luft.

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Die Kantonspolizei Bern arbeitet mittlerweile mit 25 Drohnen, die in den letzten Jahren angeschafft wurden.

Die Kantonspolizei Bern arbeitet mittlerweile mit 25 Drohnen, die in den letzten Jahren angeschafft wurden.

Jürg Spori/Archivbild
Auch an der illegalen Strassenparty von letzter Woche war eine Drohne der Kapo Bern im Einsatz.

Auch an der illegalen Strassenparty von letzter Woche war eine Drohne der Kapo Bern im Einsatz.

Leser-Reporter
Ein Reporter der «Berner Zeitung» beobachtete, wie die Drohnen einer kleineren Gruppe folgte, die mit einem Musikwagen das  Areal verliess.

Ein Reporter der «Berner Zeitung» beobachtete, wie die Drohnen einer kleineren Gruppe folgte, die mit einem Musikwagen das Areal verliess.

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Darum gehts

  • Die Kantonspolizei Bern setzte bei einer illegalen Party eine Drohne mit Nachtsichtfunktion ein.
  • Seit kurzem setzt die Berner Polizei Hightech-Drohnen auch bei illegalen Veranstaltungen ein.
  • Dieses Tool hilft der Polizei, sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

Gut 800 Personen nahmen am vergangenen Wochenende an einer illegalen Strassenparty in Bern teil. Ein anonymes Kollektiv rief die Menschen via SMS-Kette dazu auf, sich am Samstagabend bei der Kleinen Allmend zu treffen. Das Ziel der Gruppe war es, mit zahlreichen Musikwagen in die Innenstadt zu gelangen. Das konnte von der Kapo Bern verhindert werden. Daraufhin wurden vereinzelt Strassenbarrikaden errichtet und die Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen angegriffen. Die Berner Polizei setzte Wasserwerfer, Gummischrot und Reizstoffe ein – auch eine Hightech-Drohne kam zum Einsatz.

Die Kantonspolizei Bern bestätigte gegenüber der «Berner Zeitung», dass an jenem Abend eine Drohne mit Nachtsichtfunktion eingesetzt wurde. Ein Reporter beobachtete das Flugobjekt, wie es einer kleineren Gruppe folgte, die mit einer Musikanlage das Areal verliess. Im konkreten Fall sei die Drohne erst zum Einsatz gekommen, nachdem es zu Sachbeschädigungen und Angriffen auf die Einsatzkräfte gekommen sei, sagt Polizeisprecher Christoph Gnägi. Die Polizei wollte sich mit diesem Tool einen besseren Überblick verschaffen, da der Einsatzraum «weitläufig und unübersichtlich» gewesen sei.

Kapo Bern besitzt 25 Drohnen

Die Kantonspolizei Bern arbeitet mittlerweile mit 25 Drohnen, welche in den letzten Jahren angeschafft wurden. «Nach einer Pilotphase sowie der Ausbildung von Drohnenpiloten wurden die Einsatzbereiche ausgeweitet», sagt Polizeisprecher Gnägi. Die Drohen kämen beispielsweise bei der Suche nach Vermissten zum Einsatz. «Seit kurzem» auch bei Veranstaltungen wie jene vom vergangenen Wochenende.

Dürfen öffentliche Organe Drohnen verwenden?

Der Datenschutzbeauftragte von Basel-Stadt, Beat Rudin, richtete sich Anfang September mit einer Frage an den Grossen Rat Basel-Stadt: «Dürfen öffentliche Organe einfach Drohnen verwenden?» Der Datenschützer kritisierte, dass der Einsatz von Polizei-Drohnen rechtlich nicht eindeutig geregelt sei. Die geltenden Bestimmungen seien «technologieneutral» formuliert.

Der Datenschützer empfiehlt, dass sich Aufnahmen von Polizei-Drohnen auf «strafrechtlich relevantes Verhalten» konzentrieren. Denn sobald Personen identifizierbar sind, werden die Daten zu Personendaten und unterliegen somit dem Datenschutzgesetz. Bei hochaufgelösten Aufnahmen einer Kundgebung von oben könnten relativ schnell Personendaten entstehen, die keinen strafrechtlichen Zusammenhang hätten.

(RC)

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