Weihnachtsessen abgesagt – Berner Restaurant will SVP-Fraktion nicht bewirten
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Weihnachtsessen abgesagt Berner Restaurant will SVP-Fraktion nicht bewirten

Im Restaurant Malso nahe des Bahnhofs ist die Stadtberner SVP nicht erwünscht: Ihre Anfrage für ein Weihnachtsessen wurde von den Betreiberinnen abschlägig beantwortet.

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Die SVP ist im Restaurant Malso nicht erwünscht. 

Die SVP ist im Restaurant Malso nicht erwünscht.

Facebook/Malso
«Wir haben als Restaurant entschieden, dass wir das Weihnachtsessen der SVP Fraktion Bern nicht durchführen wollen», heisst es beim Lokal auf Anfrage.

«Wir haben als Restaurant entschieden, dass wir das Weihnachtsessen der SVP Fraktion Bern nicht durchführen wollen», heisst es beim Lokal auf Anfrage.

Facebook/Malso
Thomas Fuchs, Präsident der Stadtberner SVP, zeigt sich darüber empört.

Thomas Fuchs, Präsident der Stadtberner SVP, zeigt sich darüber empört.

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Darum gehts

Bei ihrer Suche nach einem passenden Lokal für das diesjährige Weihnachtsessen stiess die Stadtberner SVP auf das Restaurant Malso – ein neues Lokal im Post-Parc direkt beim Bahnhof. «Wir finden es gut, wenn junge Leute etwas auf die Beine stellen, und wollten daher die Inhaberinnen unterstützen», begründet Präsident Thomas Fuchs die Wahl. Also habe man dem Lokal eine schriftliche Anfrage geschickt inklusive Bitte um Menüvorschläge. Man habe sich auf Zürcher Geschnetzeltes mit vorgängigem Apéro geeinigt. Die Bedingung der Betreiberinnen, dass das Lokal dennoch für die Allgemeinheit geöffnet sein müsse, habe man bereitwillig akzeptiert, so Fuchs. Anschliessend seien die Einladungen an die Parteimitglieder verschickt worden.

Tags darauf änderte sich die Situation aber grundlegend: «Eine der Inhaberinnen rief uns an und sagte, dass die SVP in ihrem Lokal nicht bedient werde und wir uns ein anderes Lokal suchen müssten.» Sie habe die Offerte erst nachträglich gesehen und sei damit nicht einverstanden. Die Frau habe nicht mit sich diskutieren lassen; sie sei Geschäftsführerin und entscheide, wer ihr Restaurant betrete und wer nicht, so Fuchs. Auch mit den anderen Inhaberinnen habe er gesprochen; diese hätten nichts gegen das Weihnachtsessen der SVP in ihrem Lokal gehabt.

«Absage war Teamentscheid»

Die Absage habe ihn schockiert, sagt das SVP-Urgestein: «Mir war bislang kein Lokal bekannt, das eine Partei ausschliesst. Selbst auf dem Land, wo es bekanntermassen viele SVP-Beizen gibt, ist mir kein Fall bekannt, in dem Linke unerwünscht wären.» Fuchs findet, als Betreiberin oder Betreiber müsse man da «einfach drüberstehen können». Sonst müsse man keine Beiz eröffnen. Über die Angelegenheit hatten unter anderem der «Bärnerbär» und «Radio Energy» berichtet.

Die Absage an Fuchs und Co. sei ein Teamentscheid gewesen, heisst es beim Malso auf Anfrage von 20 Minuten: «Wir haben als Restaurant entschieden, dass wir das Weihnachtsessen der SVP Fraktion Bern nicht durchführen wollen.» Letztlich herrsche Marktfreiheit und die Betreiberinnen und Betreiber eines Gastrolokals könnten selbst entscheiden, wen sie bewirten wollen und wen nicht. Weiter wolle man sich zur Angelegenheit nicht äussern.

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(sul)

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