Neue Direktorin: Berner Pulverfass-Knast bleibt in Frauenhand

Aktualisiert

Neue DirektorinBerner Pulverfass-Knast bleibt in Frauenhand

Im härtesten Gefängnis Berns gibt weiterhin eine Frau den Tarif durch - ob mit so viel Herz wie ihre Vorgängerin, bleibt abzuwarten.

von
Adrian Müller
Hat selbst für Mörder ein offenes Ohr: Gefängnisdirektorin Marlise Pfander führt das Berner Regionalgefängnis mit viel Herz.

Hat selbst für Mörder ein offenes Ohr: Gefängnisdirektorin Marlise Pfander führt das Berner Regionalgefängnis mit viel Herz.

Sie hat selbst für Kinderschänder und Mörder stets ein offenes Ohr und sagt: «Für viele Häftlinge bin ich ein Mutterersatz.» Mit ihrem Auftritt bei SRF-Dok hat Marlise Pfander, Direktorin des Berner Regionalgefängnisses, die Zuschauer bewegt.

Doch nun kommt es zur Stabsübergabe hinter den Gefängnismauern mitten in der Berner City: Monika Kummer (50) übernimmt im Januar die Leitung des 126-plätzigen Gefängnisses, das pro Jahr über 12 000 Aus- und Eintritte zählt. Pfander geht nach neun Jahren in Pension. «Wir haben uns bewusst wieder für eine Frau entschieden, die in diesem Pulverfass deeskalierend wirken kann», sagt Laszlo Polgar vom Amt für Freiheitsentzug.

Im Methadonprogramm gestählt

Kummer hat sich unter anderem als Leiterin des Methadonprogramms von Contact Netz eine dicke Haut angeeignet. «Das Regionalgefängnis ist oft überfüllt, die Belegung wechselt ständig. Ich mache mich auf schwierige Situationen gefasst», sagt Kummer, die im Gefängnis erst einmal die Abläufe überprüfen will.

Herzenswärme hin oder her: «Das Wichtigste am Gefängnis ist, dass niemand ausbrechen kann», betont Polgar. Und in diesem Punkt ist die Bilanz von Pfander nicht stubenrein. «Ausgerechnet als ich in den Ferien weilte, ist vor Jahren ein Insasse ausgebrochen», sagt die Gefängnisdirektorin.

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