Sanierung: Berner sagen Ja zu 3-Mio-Kredit für die Reitschule
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SanierungBerner sagen Ja zu 3-Mio-Kredit für die Reitschule

Das Stadtberner Stimmvolk stellt sich hinter den Kredit von drei Millionen Franken für die Grosse Halle der Berner Reitschule.

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miw / sdaa
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In der Stadt Bern wurde erneut über die umstrittene Berner Reitschule abgestimmt.

In der Stadt Bern wurde erneut über die umstrittene Berner Reitschule abgestimmt.

Die Stimmberechtigten entscheiden über einen Kredit von drei Millionen Franken für die Sanierung der Grossen Halle. Dort finden Kulturveranstaltungen, Partys, Flohmärkte oder etwa Sportanlässe statt.

Die Stimmberechtigten entscheiden über einen Kredit von drei Millionen Franken für die Sanierung der Grossen Halle. Dort finden Kulturveranstaltungen, Partys, Flohmärkte oder etwa Sportanlässe statt.

zvg
Gegen den Baukredit hatte die SVP das Referendum ergriffen. So hatte nun das Stimmvolk das letzte Wort.

Gegen den Baukredit hatte die SVP das Referendum ergriffen. So hatte nun das Stimmvolk das letzte Wort.

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Die Grosse Halle auf dem Reitschul-Areal kann saniert werden. Die Stadtberner Stimmberechtigten haben den Baukredit von drei Millionen Franken am Wochenende mit Zweidrittels-Mehrheit gutgeheissen.

Mit einem Ja-Stimmenanteil von 65,8 Prozent fiel das Votum wie erwartet deutlich aus. 20'863 Stimmberechtigte legten ein Ja in die Urne, 10'840 ein Nein. Abgelehnt wurde die Vorlage einzig in Bümpliz/Bethlehem, wo 55 Prozent ein Nein in die Urne legten.

Insgesamt sah es die Mehrheit der Stimmenden aber anders: Die Stadt sei als Eigentümerin der Liegenschaft verpflichtet, für eine angemessene Instandhaltung zu sorgen. Die drei Millionen seien nötig, um den Brandschutz sicherzustellen, die Kanalisation zu sanieren und die Infrastruktur zu verbessern.

Stadtpräsident Alec von Graffenried freute sich über das «sehr solide» Ja, das seine Erwartungen übertroffen habe. «Damit können wir den Betreibern eine Infrastruktur bieten, die den heutigen Anforderungen an die kulturelle Nutzung gerecht wird», sagte von Graffenried vor den Medien.

Erneute Niederlage der Reitschul-Gegner

Das Referendum dagegen ergriffen hatte SVP-Nationalrat Erich Hess zusammen mit Getreuen. Für sie ist das Reitschul-Areal ein rechtsfreier Raum mit einem Gewaltproblem und mit Drogenhandel, aber auch ein Zufluchtsort für Linksextreme. Der «Schandfleck von Bern» müsse endlich verschwinden, fordern sie.

Trotz der Zustimmung aus dem Volk sieht Hess das Resultat nicht per se als Niederlage: «Ich habe von Anfang an mit einem Ja gerechnet – jedoch rechnete ich mit einer viel grösseren Zustimmung der Stadtberner», so der Politiker gegenüber 20 Minuten. Die 65,8 Prozent würden seiner Meinung nach zeigen, dass die Reitschule in der Bundesstadt an Rückhalt verloren habe. «Wir werden die Resultate nun analysieren. Danach sehen wir, was es diesbezüglich zu tun gibt», sagt der SVPler. Er gebe erst auf, wenn der «rechtsfreie Raum» der Stadt Bern verschwunden sei.

Die Reaktion von Reitschul-Befürwortern kam prompt:

Mit dem Hashtag «7zuO» deutet SPler David Stampfli den langen und bisher erfolglosen Kampf der Gegner an: Für diese ist es die sechste Niederlage in der sechsten Reitschul-Abstimmung. Eine siebte kassierte Erich Hess kürzlich vor Bundesgericht: Die Lausanner Richter hielten es für nicht zulässig, Hess' kantonale Initiative gegen die Reitschule vors Volk zu bringen.

Auch Rehag-Grube gutgeheissen

Nicht nur für den Berner Zankapfel stimmte man am Sonntag in Bern ab: Auch die Rehag-Grube in Bümpliz kann aufgefüllt und danach renaturiert werden. Die Stimmberechtigten der Stadt Bern haben am Wochenende die Zonenplan-Änderung mit 59 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen.

17'672 Stimmende legten ein Ja in die Urne, 12'185 lehnten die Vorlage ab. Die Stimmbeteiligung betrug 38,5 Prozent, wie die Stadt Bern mitteilte.

Die Tongrube der ehemaligen Ziegelei soll mit sauberem Aushub und Bauschutt aufgefüllt werden. Anschliessend soll auf dem Areal ein Naturschutzgebiet entstehen.

SP verliert

SP, einige kleine Linksparteien und Naturschützer lehnten die Vorlage ab. Die Grube beheimate einen einzigartigen Lebensraum und biete ein Refugium für zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen. Die Planung müsse den Erhalt der Biodiversität in den Mittelpunkt stellen.

Die Befürworter der Vorlage entgegneten, eine Deponie für Bauabfälle in Stadtnähe vermeide lange Transportwege. Langfristig entstehe ein neues Erholungsgebiet mit einem Biotop von höchster Qualität.

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