Aktualisiert 11.08.2007 09:43

Berner Schleusen zu spät geschlossen?

Für rote Köpfe hat einmal mehr die Wasserregulierung im Kanton Bern gesorgt. Im Kanton Aargau wurden Vorwürfe laut, die Berner hätten zu viel Wasser aus dem Bielersee abgelassen und damit das so genannte «Murgenthaler Abkommen» verletzt.

Für die Wasserregulierung ist im Kanton Bern das Wasserwirtschaftsamt zuständig. Dieses stützte sich auf Prognosen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). BAFU-Vizedirektor Andreas Götz nahm die Berner aber in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens vom Freitag in Schutz und räumt ein, dass die Prognose des BAFU ungenau gewesen sei. Die Berner hätten reglementskonform gehandelt.

Beim BAFU sei man davon ausgegangen, dass die Spitze des Hochwassers später komme. Allenfalls müssten die Prognosen verfeinert werden, sagte Götz.

Bund geht über die Bücher

Der Bund will aus dem jüngsten Hochwasser seine Lehren ziehen. Im Vordergrund stehen dabei die Verbesserung der hydrologischen Prognosen und die Sanierung alter Dämme. Die Grundlage dazu bietet eine Schadens- und Ereignisdokumentation, die das BAFU zusammen mit den Kantonen erstellt.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Dämme grosser Flüsse und Kanäle, wie etwa der Aare beziehungsweise des Hagneck- und des Linthkanals, gerichtet. Diese Bauwerke stammen zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert und genügen den heutigen Sicherheitsanforderungen an verschiedenen Stellen nicht mehr. Das jüngste Hochwasser bestätigte einmal mehr, dass die alten Dämme eine potenzielle Schwachstelle und Sanierungen nötig sind. (dapd)

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