Französischlektionen: Berner SP fordert Lehrer zu Ungehorsam auf

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FranzösischlektionenBerner SP fordert Lehrer zu Ungehorsam auf

Die SP fordert Primarlehrer auf, im Französisch auf Noten und Übertrittsentscheide zu verzichten. Mit dem neuen Lehrmittel könne man die Kompetenzen der Kinder nicht vergleichen.

von
meo
Ungehorsam in Berner Schulzimmern gefordert.

Ungehorsam in Berner Schulzimmern gefordert.

Der Französischunterricht mit dem neuen Lehrmittel «mille feuilles» setze auf moderne Fremdsprachendidaktik mit einer konstruktivistischen Sicht auf das individuelle Lernen, schreibt die SP in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Wenn die Lehrpersonen dennoch die individuell erworbenen Kompetenzen der Primarschüler vergleichen und mit Noten beurteilen müssten, stehe das aber im Widerspruch zu den Prinzipien des modernen Unterrichts. Es stünden auch zu wenige Testmodule zur Auswahl, welche eine Beurteilung der erworbenen Kompetenzen ermöglichten.

Lehrer seien ratlos und verzweifelt

Deshalb sollten die Lehrpersonen im Fach Französisch in den Übertrittsformularen «als kurzfristige Massnahme» keinen Zuweisungsvorschlag mehr eintragen und stattdessen den Kindern und ihren Eltern die Wahl der Sekundarstufe überlassen.

SP-Parteipräsident Roland Näf sagte dazu, man könne tatsächlich von einem Aufruf zum Ungehorsam der Lehrkräfte sprechen. Die Lehrpersonen sähen sich aber einem Dilemma gegenüber und es gehe nicht, sie «im Seich» stehen zu lassen. Es bestehe ein «Systemfehler» und die SP wolle eine Diskussion lancieren. Viele Lehrpersonen seien ratlos oder gar verzweifelt.

Den Aufruf zum Ungehorsam hat die SP in Form eines offenen Briefes an die Schulen verschickt. Denn ab dem bevorstehenden Schuljahr 2014/15 kommt das Lehrmittel «mille feuilles» erstmals bei Sechstklässlern zur Anwendung, also bei jenen Kindern, bei denen am Ende des Schuljahrs der Entscheid über einen Übertritt in die Sekundarstufe I ansteht.

(meo/sda)

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