Bern: Berner Stadtrat will kein Hochhaus auf der Schütz
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BernBerner Stadtrat will kein Hochhaus auf der Schütz

Die Berner Stadtverwaltung wird ihre Arbeitsplätze nicht in einem Haus auf der Schützenmatte zentralisieren. Der Stadtrat schickte einen Vorstoss bachab.

Kein Hochhaus auf der Berner Schützenmatte: So hatte ein Architektenteam das Hochhaus visualisiert.

Kein Hochhaus auf der Berner Schützenmatte: So hatte ein Architektenteam das Hochhaus visualisiert.

Das Parlament hat am Donnerstag einen Vorstoss der Fraktion BDP/CVP abgelehnt. Die Fraktion verlangte, die heute auf 16 Standorte verteilten Arbeitsplätze der Stadtverwaltung auf der Schützenmatte zusammenzulegen. Zwar würde dies bis zu 120 Millionen Franken Investitionskosten auslösen, wie der Gemeinderat vorrechnete.

Doch die Konzentration der Verwaltung in einem 20-stöckigen Hochhaus an diesem zentralen Ort brächte viele Vorteile, wie Motionär Martin Mäder (BDP) sagte. So könnten Synergien genutzt und Kosten gespart werden. Für die Bürger sei es praktischer, alles an einem Ort zu haben. Zudem würde der heutige Unort Schützenmatte aufgewertet.

Skepsis von links bis rechts

Unterstützung bekamen die Motionäre von der FDP, die schon seit Längerem für ein Hochhaus auf der Schützenmatte kämpft. So könne Bern zeigen, dass es eine Stadt sei, sagte Fraktionschef Bernhard Eicher. Alle anderen Fraktionen blieben skeptisch. Ein Hauptargument gegen den Vorstoss war, dem laufenden Planungsprozess für die Schützenmatte nicht vorzugreifen. Auch müsse zuerst geprüft werden, ob ein Stadthaus wirtschaftlich sei, sagte Michael Sutter (SP).

Die Schützenmatte als Top-Standort sei ihm für die Verwaltung «zu kostbar», sagte SVP-Sprecher Rudolf Friedli. Dort gehörten private Unternehmen und Luxuswohnungen hin. Es brauche dort Freiraum, nicht noch mehr Büros, befand Seraina Patzen (GB/JA).

Nein auch zu Postulat

Der Gemeinderat war bereit gewesen, den Vorstoss in milderer Form als Postulat entgegenzunehmen. «Wir verfolgen die Idee gerne weiter, aber lieber nicht in zu engem Korsett», sagte Finanzdirektor Alexandre Schmidt (FDP). Doch der Stadtrat vermochte sich für die Stadthaus-Idee nicht zu erwärmen, auch nicht, als die Motionäre ihren Vorstoss in ein Postulat umwandelten. Das Anliegen wurde mit 54 zu 13 Stimmen abgelehnt.

Geld für Mitmach-«Labor»

Im Rahmen des Planungsprozesses für die Schützenmatte soll im Sommer ein weiteres «Labor» vor Ort stattfinden, bei dem die Bevölkerung Ideen einbringen kann. Der Stadtrat genehmigte dafür in einem weiteren Traktandum eine Krediterhöhung um 90'000 Franken - nach längerer Debatte und gegen den Widerstand der Bürgerlichen. Ein erstes solches Labor war 2014 über die Bühne gegangen. (sda)

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