Aktualisiert 23.11.2016 08:30

Stadtberner WahlenBerner Stapi-Kandidaten im Drei-Fragen-Check

Am kommenden Sonntag ist es soweit: Das neue Oberhaupt der Stadt Bern wird gewählt. Doch welchen Kandidaten wählt das Berner Stimmvolk als Nachfolger von Stapi Alexander Tschäppät?

von
miw
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Welcher der acht Kandidaten wird am 1. Januar 2017 als Berns Stadtpräsident in den Berner Erlacherhof ziehen? Am kommenden Sonntag darf das Berner Stimmvolk darüber abstimmen. Vorab stellt 20 Minuten den verbleibenden acht Stapi-Kandidaten jeweils drei Fragen.

Welcher der acht Kandidaten wird am 1. Januar 2017 als Berns Stadtpräsident in den Berner Erlacherhof ziehen? Am kommenden Sonntag darf das Berner Stimmvolk darüber abstimmen. Vorab stellt 20 Minuten den verbleibenden acht Stapi-Kandidaten jeweils drei Fragen.

So hat der 53-jährige Daniel Lehmann aus Oberbottigen am Montag auf die drei Fragen geantwortet. Der SVPler, der sich selber als positiver, menschenliebender, intellektueller, offener, geerdeter Familienmensch bezeichnet, will den Mut aufbringen, in Bern neue Wege einzuschlagen.

So hat der 53-jährige Daniel Lehmann aus Oberbottigen am Montag auf die drei Fragen geantwortet. Der SVPler, der sich selber als positiver, menschenliebender, intellektueller, offener, geerdeter Familienmensch bezeichnet, will den Mut aufbringen, in Bern neue Wege einzuschlagen.

Stefan Marthaler
Auch Parteikollege Rudolf Friedli (47) hat sich den drei Fragen von 20 Minuten gestellt. Als Berner Stadtpräsident wolle er sich für tiefere Steuern und tiefere Sozialausgaben einsetzen.

Auch Parteikollege Rudolf Friedli (47) hat sich den drei Fragen von 20 Minuten gestellt. Als Berner Stadtpräsident wolle er sich für tiefere Steuern und tiefere Sozialausgaben einsetzen.

Keystone/Peter Klaunzer

In den letzten Tagen vor der Wahl hat 20 Minuten den Anwärtern drei Fragen gestellt. Hier sind die Antworten von Alexandre Schmidt, Erich Hess, Reto Nause, Daniel Lehmann und Rudolf Friedli:

Was wäre Ihre erste Amtshandlung als Berner Stapi?

Franziska Teuscher, Grüne, (58), Berns Direktorin für Bildung, Soziales und Sport:

Im Erlacherinnenhof würde ich ein Stadtentwicklungslabor, einen Raum für Bürgerinnen und Bürger einrichten. Ich würde Fraktionen und die Öffentlichkeit einladen und sie nach ihren Anliegen für die kommenden Jahre fragen.

Ursula Wyss, SP, (43), Berns Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün:

Zuerst alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrüssen. Dann rasch eine Wohn-Offensive starten: In Bern gibt es zu wenig bezahlbare Wohnungen. Zudem: genügend Kitas auch für flexible Arbeitszeiten.

Alec von Graffenried, GFL, (54), Direktor Immobilienentwicklung bei Firma Losinger Marazzi AG:

Vertrauen gewinnen! 1. Zuversichtliche Neujahrsansprache an die Bevölkerung. 2. Motivations-Neujahrsapéro für die Stadtangestellten 3. Nachbargemeinderäte zur konstruktiven Zusammenarbeit einladen.

Alexandre Schmidt, FDP, (46), seit 2013 Finanzdirektor der Stadt Bern:

Das, was sich gehört, wenn man in ein neues Haus einzieht: Die Nachbarn begrüssen. Also Apéro-Einladung an die unmittelbar Anwohnenden und Antrittsbesuch bei allen Gemeinden rund um Bern.

Erich Hess, SVP (35), Berner Stadt- und Nationalrat, Unternehmer und Lastwagenchauffeur:

Sicherheit und Sauberkeit wiederherstellen – im Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner dieser Stadt sowie für unsere Gäste aus Nah und Fern. Zudem sämtliche Ausgaben auf ihre Notwendigkeit überprüfen.

Reto Nause, CVP (45), seit 2009 Berns Sicherheitsdirektor:

Start einer kombinierten Wohnbau- und Solardachoffensive: Nur mit mehr neuen Wohnungen bleiben die Mieten zahlbar!

Daniel Lehmann, SVP (53), Bauer und Anwalt aus Oberbottigen:

In der Antrittsrede den Bernerinnen und Berner fürs Vertrauen danken. Das Direktionsteam persönlich begrüssen. Mit Freude, dem Glauben an die Zukunft auf Volk, Stadt-, Gemeinderat und Verwaltung zugehen.

Rudolf Friedli, SVP (49), Fürsprecher und Parteipräsident SVP Stadt Bern:

Ich stehe von Anfang an ein für Sicherheit, tiefere Steuern und tiefere Sozialausgaben. Weiter werde ich gute Bedingungen für die Wirtschaft und damit Arbeitsplätze schaffen, dann geht es letztlich allen gut.

Ärgernis oder notwendig: Wie stehen Sie zur Reitschule?

Teuscher: Das Kulturangebot der Reitschule ist toll und strahlt weit über Bern hinaus. Es ist ein Stück Lebensqualität. Die Gewaltvorfälle jedoch sind inakzeptabel. Der Dialog auf Augenhöhe ist das wichtigste Instrument.

Wyss: Die Reitschule ist eine wichtige Kulturinstitution und Ausgeh-Ort für Jugendliche. Dank Aufwertung der Schützenmatte muss aber künftig das Umfeld sicherer werden.

von Graffenried: Beide Begriffe treffen den Kern nicht. Sie ist eher ein wildes Kind, mit dem man seine Sorgen hat. Ich werde sie daher stützen, begleiten, ihr aber auch Grenzen setzen. Gewalt passt nicht zur Reitschule.

Schmidt: Die Reitschule ist Notwendigkeit und Ärgernis. Wir müssen Gewalt eindämmen, Drogenhandel bekämpfen und Lärmstörungen angehen. Dies besser gemeinsam, aber nötigenfalls auch ohne Reitschüler.

Hess: Die Reitschule muss geschlossen werden. Angriffe auf Leib und Leben von Polizisten und Sanitätspersonal toleriere ich nicht! Ich will nicht warten, bis es Tote gibt.

Nause: Sie ist ein erfolgreiches Kulturzentrum, das mit einem funktionierenden Sicherheitsdienst und einer Trägerschaft, die mit der Stadt kooperiert seine Berechtigung hat.

Lehmann: Die Reitschule ist eine Ärgernis auslösende Notwendigkeit. Die alternative Szene ist Teil von Bern. Als Gestalter der Zukunft habe ich den Mut, neue Wege zu gehen. Wir finden einen besseren Standort dafür.

Friedli: Die Reitschule muss sich an die Vorschriften halten und der Gemeinderat darf sich nicht von ihr auf der Nase herum tanzen lassen. Gibt es weiter Probleme, muss die Stadt sie schliessen, ganz klar.

Welche persönliche Eigenschaft qualifiziert Sie als Mensch fürs Stapi-Amt?

Teuscher: Ich liebe Bern, bin offen für neue Ideen und Menschen, ich erachte mich als sozial- und führungskompetent und bin mit schier grenzenloser Energie und Optimismus ausgestattet.

Wyss: Ich interessiere mich für die Menschen und ihre Anliegen und versuche gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die möglichst viele ihrer Bedürfnisse berücksichtigen.

von Graffenried: Netzwerk und Erfahrung. Führungserfahrung nicht nur aus der Verwaltung, sondern auch aus der Privatwirtschaft. Dank Familie mit 4 Kindern, viel Lebenserfahrung und Herzensbildung.

Schmidt: So wie Tschäppät Delegationen empfangen und Bern verkaufen. Aber mehr Pfupf für Arbeitsplätze und Wohnbau. Ich löse Probleme statt sie zu wälzen. Meine Finanzdirektion ist ohne grosse Pendenzen, ich bin bereit.

Hess: Als Unternehmer verfüge ich über Führungserfahrung. Ich habe als Nationalrat und Stadtrat sowie als eh. Grossrat langjährige Erfahrung in der Politik sammeln können, bin unkompliziert und habe ein breites, parteiübergreifendes Kontaktnetz.

Nause: Ich kann zuhören und auf die Menschen eingehen.

Lehmann: Ich bin ein positiver, menschenliebender, intellektueller, offener, geerdeter Familienmensch mit sehr viel Energie. Mit dem Glauben an Glück, Liebe und Machbarkeit habe ich die Fähigkeit, Bern eine bessere Zukunft zu bringen.

Friedli: Ich sammle Fakten, höre gut zu und bilde mir dann schnell eine klare Meinung. Die Verwaltung könnte mir nicht ein X für ein U vormachen, weil ich die Abläufe, Ausreden und Tricks bereits kenne.

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