Berner Start-up Flybair: «Wegen Covid geht unsere Airline 2021 in einen Ganzjahresschlaf»
Publiziert

Berner Start-up Flybair«Wegen Covid geht unsere Airline 2021 in einen Ganzjahresschlaf»

Aufgrund der Marktunsicherheit und geschwächten Tourismusbranche bleibt die Berner Fluggesellschaft Flybair dieses Jahr auf dem Boden. 2022 will die junge Airline dafür richtig durchstarten.

von
Lara Hofer
1 / 6
Es ist ein harter Schlag für die Berner Start-Up-Airline Flybair: Im Jahr 2021 wird sie keine Flüge durchführen können. 

Es ist ein harter Schlag für die Berner Start-Up-Airline Flybair: Im Jahr 2021 wird sie keine Flüge durchführen können.

Tamedia AG
Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Der Markt sei momentan zu unsicher, schrieb die junge Fluggesellschaft am Donnerstagmorgen in einer Mitteilung.

Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Der Markt sei momentan zu unsicher, schrieb die junge Fluggesellschaft am Donnerstagmorgen in einer Mitteilung.

Fly Bair
Die Berner Airline wurde erst im Oktober 2019 gegründet – ein sichtlich schlechter Zeitpunkt, wie sich später herausstellen würde.

Die Berner Airline wurde erst im Oktober 2019 gegründet – ein sichtlich schlechter Zeitpunkt, wie sich später herausstellen würde.

Tamedia AG

Flybair ist die jüngste Schweizer Airline am Himmel. Sie wurde im Oktober 2019 gegründet – kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Ein sichtlich schlechter Zeitpunkt, wie sich später herausstellte. “Unser erstes Geschäftsjahr war vor allem von der Pandemie und den damit verbundenen Folgen für die Tourismusindustrie gekennzeichnet”, teilte das Unternehmen am Donnerstagmorgen mit. Die Pandemie hat das Berner Start-Up hart getroffen. Bereits im ersten Jahr schrieb die Fluggesellschaft rote Zahlen. “Der Stand der Frühbuchungen war vorerst sehr verheissungsvoll, doch dann entwickelte sich das Pandemie-Drama, das den internationalen Reisemarkt einbrechen liess”, so Urs Sieber, Verwaltungsratspräsident der Flybair AG.

Aufgrund der daraus resultierenden Kosten sowie der einmaligen Gründungskosten habe das Unternehmen einen Verlust von 760 000 Franken erlitten. Dank der Eigenmittel sei dieser zwar verkraftbar, dennoch hat sich die Fluggesellschaft dazu entschieden, dieses Jahr am Boden zu bleiben: «Flybair geht für das Jahr 2021 in einen Ganzjahresschlaf», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen sei das Marktfeld zurzeit zu unsicher. Im Jahr 2021 wird die junge Airline deshalb keine Flüge durchführen.

Vorbereitung auf ein starkes Comeback

Dies bedeute jedoch nicht das Ende von Flybair. Die Airline spricht von einer Vorbereitung auf einen Neuanfang: “Das Ziel des Verwaltungsrates ist es, Flybair im Jahr 2022 in einen geregelten Flugbetrieb zu überführen”, so das Unternehmen. Dass 2021 keine Flugzeuge starten werden, sei ein Gebot der Vernunft: “Wir wollen damit die uns im Crowdfunding zur Verfügung gestellten Mittel schonen.”

Virtuelle Fluggesellschaft

Bei Flybair handelt es sich um eine «virtuelle Fluggesellschaft». Das Unternehmen besitzt selber keine Flugzeuge; es ist lediglich für die Vermarktung zuständig. Die Schweizer Fluggesellschaft Lions Air kümmert sich um das operative Geschäft und German Airways vermietet die Flugzeuge.

Wirtschaftsraum Bern übersteht Krisenjahr relativ gut

Trotz der massiven Schwierigkeiten, die viele Unternehmen aufweisen, verzeichnete der Wirtschaftsraum Bern im Jahr 2019 eine überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung, so BAK Economics. Die Studie zeigt zudem, dass der Wirtschaftsraum Bern das Corona-Jahr 2020 tendenziell besser überstanden hat als andere Vergleichsregionen in der Schweiz. Der Schweizer Durchschnitt liegt nämlich bei einem Wirtschaftswachstum von minus 3.1 Prozent – Bern weist einen Wert von minus 2.1 Prozent auf. Grund dafür sei die relativ krisenresistente Branchenstruktur, die nicht zuletzt geprägt ist von der öffentlichen Verwaltung und von grossen Konzernen wie Swisscom, Post und SBB.

Deine Meinung

43 Kommentare