Crowdbutchering: Berner suchen Fleischfans zum Rinderteilen
Aktualisiert

CrowdbutcheringBerner suchen Fleischfans zum Rinderteilen

Das Berner Unternehmen Kuhteilen.ch setzt auf eine nachhaltige Fleischproduktion. So wird das Tier erst dann geschlachtet, wenn alle Fleischstücke im Voraus verkauft worden sind.

von
Mira Weingartner
Die schönsten Kühe haben Moritz Maier und Xavier Thoné in Kirchlindach gefunden.

Die schönsten Kühe haben Moritz Maier und Xavier Thoné in Kirchlindach gefunden.

«14 Prozent des Rindes verkauft» heisst es auf der Website der beiden Jungunternehmer Xavier Thoné und Moritz Maier. Stetig wird die Prozentangabe aktualisiert. Seit einem Monat betreiben die beiden Freunde aus der Berner Länggasse ein Crowdbutchering-Unternehmen. Maier erklärt: «Mehrere Leute teilen sich beim Crowdbutchering (zu deutsch: gemeinsam schlachten) ein Rind. Die wird aber erst dann von einem Metzger geschlachtet, wenn das gesamte Fleisch gekauft worden ist.» In Belgien und Holland sei dies bereits ein grosser Trend, ergänzt sein belgischer Geschäftspartner Thoné.

Kühe aus Kirchlindach

Die Idee hatten die beiden bei einem ihrer sommerlichen Grillfest. Nach dem ersten Pläneschmieden haben sich die beiden aufs Velo geschwungen, um die Berner Weiden abzusuchen: «In Kirchlindach grasten prächtige Charolais-Kühe, wir nahmen sofort mit dem Bauer Kontakt auf.» Das bereits verkaufte Rind Ideal und das nun zu teilende Rind Indien stammen beide von diesem Bauernhof.

«Nachhaltigkeit auf höchster Stufe»

Nebst dem Wunsch, qualitatives und regionales Fleisch zu produzieren, möchten die beiden Gourmets aber auch ein Zeichen für die Nachhaltigkeit setzen: «Oft hört die Nachhaltigkeit bei der Produktion auf, danach wird leider oft verschwenderisch mit den Kostbarkeiten umgegangen.» Mit ihrem Konzept gehen sie einen Schritt weiter: «Wir garantieren unseren Kunden von der Geburt des Tieres bis zu unseren persönlichen Auslieferung des Fleisches eine Topqualität», sagt Maier. Verschwendung gebe es bei ihnen keinen. «Es wird alles verwendet. So erhält jeder Kunden in seinem fünf oder zehn Kilo Paket nicht nur Entrecôtes oder saftige Steaks, sondern auch Wurst und Hackfleisch, Haxen und Ragout», sagt Thoné. Ein Kilo Fleisch kostet den Feinschmecker dabei 40 Franken.

Um ihren Kunden ein paar Rezeptideen mitzugeben, arbeitet Thoné nun an einem Rezeptbuch. «Wir sind noch in der Anfangsphase, wir haben aber bereits so viele Ideen», sagt Maier.

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