Berner SVP distanziert sich von Nazi-Vergleich
Aktualisiert

Berner SVP distanziert sich von Nazi-Vergleich

Der Berner SVP-Kantonalpräsident Rudolf Joder ruft seine Parteimitglieder zur Ordnung auf. «Zurück zu Loyalität und Sachpolitik», lautet seine Botschaft, nachdem gestern Grossrat Heinz Siegenthaler von «braunen Tendenzen» bei der SVP sprach.

Die Geschäftsleitung der Berner SVP distanziere sich klar von Kantonsrat Heinz Siegenthalers Äusserungen, heisst es in einer Mitteilung der Partei von heute. Die Phase der Selbstbeschäftigung sei definitiv abgeschlossen und das Verhältnis zwischen Kantonal- und Mutterpartei nach den Bundesratswahlen geklärt worden.

«Braune Tendenzen»

Siegenthaler hatte gestern in einem Interview mit dem «Bieler Tagblatt» von Hinweisen auf «braune Tendenzen» in der Partei gesprochen. Die SVP-Spitze strebe eine Parteidiktatur an.

Propaganda erinnert an Nazi-Partei

Mit den Nazi-Verbrechern vergleiche er niemanden, betonte Siegenthaler. Doch: «Wie die SVP Propaganda macht, das erinnert mich an die nationalsozialistische Partei Deutschlands.» Kritik übte Siegenthaler auch am Personenkult in der Partei: «Immer heisst es Blocher, Blocher, Blocher.»

Bundesräte ausschalten

Die Parteispitze wolle die beiden SVP-Bundesratsmitglieder Samuel Schmid und Eveline Widmer-Schlumpf ausschalten, weil diese es wagten, eine unabhängige Meinung zu vertreten.

(sda)

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