Mieser Service: Berner Täxeler kämpfen gegen «Wilderer»
Aktualisiert

Mieser ServiceBerner Täxeler kämpfen gegen «Wilderer»

Fehlende Orts- und Sprachkenntnisse, heruntergekommene Fahrzeuge, grobe Regelverstösse: Taxi-Wilderer sind in Bern auf Kundenfang.

von
Patrick Marbach
In Bern sind «Wilderer» unterwegs.

In Bern sind «Wilderer» unterwegs.

«Die Mehrheit der Berner Täxeler bietet einen korrekten Service», sagt Marc Heeb, Leiter der Gewerbepolizei. «Es fällt aber auf, dass Auswärtige in der Stadt aktiv nach Kunden fischen. Das ist verboten.» Wilderer heissen im Täxelerjargon die Chauffeure, die durchs Stadtrevier jagen, ohne eine Berner Prüfung oder Lizenz zu haben. «Die fahren, wie sie wollen», sagt Hans Rudolf Muri vom Verein Bärner Taxi. Statt sich bei den offiziellen Standplätzen hintenan zu stellen, sammelten die Wilderer Passagiere in den Gassen auf. «Wischen» nennen das die Täxeler. Sie nerven sich, weil ihnen die Auswärtigen nicht nur die Preise, sondern auch den Ruf kaputtmachen.

«Weder der Service noch die Ausbildung der Wilderer entsprechen unseren Qualitätskriterien», klagt Muri. Ihm sei der Fall einer Chauffeuse bekannt, die kaum fähig war, ein Auto zu lenken. Als ihr in Bern die Konzession entzogen worden sei, habe sie in einer Aussengemeinde eine neue Taxilizenz erhalten und in der Stadt weitergearbeitet, als wäre nichts gewesen. Ob man mit einem zugelassenen Täxeler unterwegs ist, erkennt man an der Konzessionsnummer. Sie befindet sich in der rechten Ecke der Windschutzscheibe oder auf der Taxilampe.

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