Aktualisiert 19.12.2006 22:29

Berner Tannenwälder als Selbstbedienungsläden

Immer wieder stehlen dreiste Diebe den Bauern Weihnachtsbäume. Zwei Tannenräuber wurden nun in flagranti erwischt: Sie markierten die Bäume am Tag, um sie im Dunkeln wieder zu finden.

«Jedes Jahr kommen mir zehn bis 20 Bäumchen weg», schimpft Hans-Peter Luder, der in Kirchberg eine Tannenplantage betreibt. Dieses Jahr waren die Diebe besonders frech: Sie hatten einige besonders schöne Bäume am Tag mit Seilen gekennzeichnet, um sie in der Nacht einfacher wieder zu finden. Letzte Woche hat Luder zwei der Täter auf frischer Tat ertappt. «Die haben dann zähneknirschend die Bäume bezahlt, damit ich sie nicht anzeige», sagt der Bauer.

Übers Wochenende schlugen erneut Diebe bei ihm zu: Sie sägten sechs Tannen um und transportierten sie ab. «Die werden wahrscheinlich weiterverkauft», glaubt Luder. Die meisten Langfinger stehlen die Bäume jedoch nicht aus finanzieller Not. «Die sind gut betucht», so Luder. «Für sie ist es eine Art Tradition, sich selbst einen Baum im Wald zu holen.»

Auch die Grossverteiler haben mit den Tannendieben zu kämpfen: «Bei uns werden jedes Jahr vereinzelt Christbäume gestohlen», bestätigt Thomas Bornhauser von der Migros Aare. «Im Verhältnis zum gesamten Verkauf ist die Diebstahlquote allerdings gering.»

Lorenz Hanselmann

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