Blümchenjagd: Berner Wildwuchs wird unter die Lupe genommen
Aktualisiert

BlümchenjagdBerner Wildwuchs wird unter die Lupe genommen

Die Flora der Stadt Bern ist bunter als erwartet. Darum soll sie kartografiert werden.

von
Christian Holzer

Pflanzendetektive in offizieller Mission: Ehrenamtliche Hobby-Botaniker in Leuchtwesten und mit Bestimmungsbüchern bewaffnet sollen sich ab März durch den städtischen Wildwuchs kämpfen. Die Stadtgärtnerei will erstmals in ihrer Geschichte alle Berner Pflanzen­arten kartografieren. Sogenannte Floreninventare sind in an­deren Schweizer Städten längst vorhanden. Dass nun Bern nachzieht, hat seinen Grund: «In einer Pilotphase letzten Sommer haben wir sensationelle Entdeckungen gemacht», sagt Projektleiterin Sabine Tschäppeler. 95 gefährdete und 35 erstmals entdeckt Pflanzenarten konnten in Bern nachgewiesen werden, darunter etwa der Frühlings-Wasserstern oder das Pariser Labkraut. Dieses wurde vom Hobby-Botaniker Willy Müller auf einem Parkplatz gefunden: «Nie im Leben hätte ich gedacht, in einer Stadt so viele Pflanzenarten zu finden.» 650 verschiedene Arten hat er im Gebiet Marzili/Schönau unter die Lupe genommen.

Das Projektteam will nun das gesamte Stadtgebiet in den nächsten Jahren erforschen. Damit kann das Vorkommen gefährdeter und problema­tischer Arten, wie invasiver Neophyten, erfasst werden. Dazu braucht sie jedoch Hilfe: «Wir suchen noch rund 30 ehrenamtliche Helfer mit botanischen Kenntnissen», so Tschäppeler.

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