Aktualisiert 30.01.2013 18:49

BlümchenjagdBerner Wildwuchs wird unter die Lupe genommen

Die Flora der Stadt Bern ist bunter als erwartet. Darum soll sie kartografiert werden.

von
Christian Holzer

Pflanzendetektive in offizieller Mission: Ehrenamtliche Hobby-Botaniker in Leuchtwesten und mit Bestimmungsbüchern bewaffnet sollen sich ab März durch den städtischen Wildwuchs kämpfen. Die Stadtgärtnerei will erstmals in ihrer Geschichte alle Berner Pflanzen­arten kartografieren. Sogenannte Floreninventare sind in an­deren Schweizer Städten längst vorhanden. Dass nun Bern nachzieht, hat seinen Grund: «In einer Pilotphase letzten Sommer haben wir sensationelle Entdeckungen gemacht», sagt Projektleiterin Sabine Tschäppeler. 95 gefährdete und 35 erstmals entdeckt Pflanzenarten konnten in Bern nachgewiesen werden, darunter etwa der Frühlings-Wasserstern oder das Pariser Labkraut. Dieses wurde vom Hobby-Botaniker Willy Müller auf einem Parkplatz gefunden: «Nie im Leben hätte ich gedacht, in einer Stadt so viele Pflanzenarten zu finden.» 650 verschiedene Arten hat er im Gebiet Marzili/Schönau unter die Lupe genommen.

Das Projektteam will nun das gesamte Stadtgebiet in den nächsten Jahren erforschen. Damit kann das Vorkommen gefährdeter und problema­tischer Arten, wie invasiver Neophyten, erfasst werden. Dazu braucht sie jedoch Hilfe: «Wir suchen noch rund 30 ehrenamtliche Helfer mit botanischen Kenntnissen», so Tschäppeler.

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