30.06.2016 03:52

Bier-Hauptstadt

«Berner wissen einfach, was gut ist»

In Bern gibt es 131 Bierbrauereien – deutlich mehr als in allen anderen Kantonen. Berner Jungbrauer vermuten diverse Gründe dafür.

von
Katrin Freiburghaus
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Jungbrauer Nicolas Möckli braut seit 2014 sein eigenes Bier

Jungbrauer Nicolas Möckli braut seit 2014 sein eigenes Bier

Von der Braumanufaktur Schnack Bier gibt es jeden Monat eine andere Biersorte zu kaufen.

Von der Braumanufaktur Schnack Bier gibt es jeden Monat eine andere Biersorte zu kaufen.

Für Patrik Vaucher ist und bleibt Bierbrauen ein Hobby.

Für Patrik Vaucher ist und bleibt Bierbrauen ein Hobby.

Berner scheinen zum Bierbrauen prädestiniert zu sein: Von schweizweit 693 Brauereien sind 131 im Kanton Bern. Damit gibt es im Kanton 27 Brauereien mehr als letzten Sommer, als es noch 104 von total 548 Brauereien waren. Der Kanton Zürich liegt mit 99 Brauereien weit abgeschlagen auf Platz zwei, wie das Register der biersteuerpflichtigen Brauereien der Eidgenössischen Zollverwaltung zeigt.

In dieses werden Brauereien aufgenommen, welche Bier verkaufen oder mehr als 400 Liter pro Jahr produzieren. Von den 131 Betrieben in Bern sind sieben mittelgrosse Brauereien, die mehr als 1000 Hektoliter pro Jahr produzieren. Die restlichen 124 sind sogenannte Mikrobrauereien. «Es ist in der Tat so, dass gerade im Kanton Bern sehr viele steuerpflichtige Brauereien angemeldet sind», teilt die Zollverwaltung auf Anfrage mit. Eine Begründung dafür habe man aber nicht.

Berner Jungbrauer haben verschiedene Erklärungen

Berner Jungbrauer haben Vermutungen, warum der Kanton Bern eine Brauereihochburg ist. «Wenn viele Leute im Umfeld Bier brauen, kommt man vielleicht auf den Geschmack, es selber auszuprobieren», mutmasst etwa Patrik Vaucher. Er gründete seine Brauerei «Mousse de Thoune» 2015 und konnte seitdem schon einige Erfolge an Wettbewerben feiern.

Ronald Rink, der 2015 zusammen mit drei anderen «Garagen-Brauern» die Stufenbau Brauerei gegründet hat, sieht die vielen Bauernbetriebe im Kanton Bern als mögliche Erklärung: «Ich kenne viele Bauern, die auf ihrem Bauernhof hobbymässig Bier brauen.»

«Vielleicht wissen die Berner einfach, was gut ist», so die Vermutung von Nicolas Möckli, der 2014 die Braumanufaktur Schnack Bier gründete. Seine Kunden würden es jedenfalls schätzen, immer wieder ein neues Bier auszuprobieren.

Grössere Brauereien begrüssen Biervielfalt

Bei den grösseren Berner Brauereien freut man sich über die Begeisterung rund ums Bier. So etwa bei Rugenbräu: «Die Biervielfalt hat man sicher Mikrobrauereien zu verdanken», sagt Verkaufs- und Marketingleiter Remo Kobluk. Dass es in den letzten Jahren so viele neue Brauereien im Kanton Bern gegründet wurden, findet Kobluk gut. «Es ist nicht bedrohend, sondern belebend.» So würden die vielen neuen Biersorten grössere Brauereien anspornen, innovativer zu sein.

Auch bei der Brauerei Felsenau freut man sich über die vielen neuen Brauereien und die damit zusammenhängende Diversität, wie Administrations- und Verkaufsleiter Pierre Dubler sagt: «Wir unterstützen Mikrobrauereien, indem wir sie unseren Wirten empfehlen.» Die vielen neuen Brauereien sehe man aber nicht als Bedrohung: «Die meisten von ihnen produzieren nicht genug Bier, um unsere Konkurrenz zu sein.» Dank diesen bleibe man aber immer aktiv am Markt.

Welches Berner Bier mögen Sie am liebsten? Schicken Sie uns ein Bild einer Flasche Ihres liebsten Gerstensaftes.

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