Aktualisiert 03.04.2013 16:45

Positive Resultate

Berner wollen mit neuem Saatgut die Bienen retten

Mit bienenfreundlichen Saatgut-Mischungen will die Berner Fachhochschule einen Beitrag gegen das Bienensterben leisten. Damit soll der Nahrungsstress der Tiere zu Beginn des Sommers reduziert werden.

von
jcg

Ein Forscherteam der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen BE hat mit neuen Saatgut-Mischungen für Bienenweiden vielversprechende Resultate erzielt. Die zusammen mit Bienenzüchtern und Bauern entwickelten Mischungen sollen die Bienenvölker stärken, indem sie dem Nahrungsstress entgegenwirken, teilte die Fachhochschule am Mittwoch mit.

Die Bienen werden bekanntlich von der Varroamilbe bedroht. Doch auch Sauerbrut, Viren und Nahrungsstress setzen ihnen zu. Gewisse Pestizide können ebenfalls einen Einfluss haben. «Vielleicht ist es die Kombination verschiedener Faktoren, die ein Bienenvolk dauerhaft schwächt und zu seinem Absterben führt», schreibt die Fachhochschule.

Der Nahrungsstress besteht zwischen Mitte Mai und Ende Juli, wenn Raps, Löwenzahn und Obst verblüht sind und der Wald noch keine Nahrung bietet. Die Bienenvölker befinden sich zu dieser Jahreszeit noch im Aufbau.

Vielversprechende Resultate

Mit den bislang getesteten Saatmischungen konnte der Menüplan für die Bienen zeitlich so ausgeweitet werden können, dass die Insekten von Anfang Juni bis Ende Juli reichlich Nahrung fanden. Selbst im Vergleich mit Buntbrachen - also Mischungen aus Wildkräutern - schnitten die Bienenweiden sehr gut ab.

Denn in den Versuchsanlagen wurden fünfmal mehr Honigbienen und zwei- bis dreimal mehr Wildbienen gezählt als in Buntbrachen. «Einzig die Trachtlücke von Mitte Mai bis Anfang Juni kann in der Regel wegen des Bodenfrosts bei der Aussaat nicht gefüllt werden», erklärte Projektleiter Hans Ramseier. Diese kurze Zeit falle aber weniger ins Gewicht.

Die neuen Bienenweide-Mischungen gedeihen nicht nur auf nährstoffarmen, sondern auch auf humusreichen Böden. Zudem stossen sie laut Fachhochschule bei den Landwirten auf breite Akzeptanz. Dass man gegen das Bienensterben etwas machen müsse, sei schliesslich praktisch jedem klar. (jcg/sda)

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