Berner wollen Schwimmen fördern
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Berner wollen Schwimmen fördern

Mit mehreren Vorstössen wollen Berner Stadträte das Schwimmen fördern. Das Stadtparlament diskutierte sie am Donnerstag Abend.

Wenn die Bäder erst um halb neun Uhr früh öffneten, sei es den meisten nicht mehr möglich, vor der Arbeit schwimmen zu gehen, schrieb die SVP/JSVP-Fraktion in einer Motion.

Das Grüne Bündnis (GB) forderte in einem Postulat, bei der Zuteilung der Wasserflächen in städtischen Frei- und Hallenbädern müsse der Schwimmunterricht von Kindern und Jugendlichen prioritär behandelt werden.

In einer weiteren Motion zum Thema kritisiert Stadtrat Weil in einer SVP/JSVP-Motion, normale Schwimmer seien benachteiligt, weil zuviele Bahnen für Sportclubs abgsperrt seien.

Bezüglich der erweiterten Öffnungszeiten sagte Weil, früher sei das möglich gewesen. Diese Möglichkeit zur sportlichen Ertüchtigung müsse wieder einführt werden, und zwar in allen städtischen Bädern.

Der Gemeinderat schrieb in seiner Antwort, er lehne die Motion ab, sei aber bereit, sie in der schwächeren Form eines Postulats entgegenzunehmen.

Thomas Weil (SVP) monierte zudem in der zweiten Motion seiner Fraktion, Schwimm- und Sportclubs bekämen zu viel Platz in den Badeanstalten. Die gewöhnlichen Bürger würden an den Rand gedrängt.

Der Vorschlag fand weite Zustimmung. Stadtrat Eric Mosza (GFL) schlug vor, man könne die frühen Schwimmer unbeaufsichtigt lassen, ein Schild mit einem Hinweis reiche aus.

Daniel Lerch (CVP) warnte davor, Clubs und Schwimmschulen gegen die privaten Schwimmer auszuspielen. Viele Kinder lernten in diesen Clubs schwimmen, diese förderten somit den Breitensport.

Raymond Anliker (SP) sagte, bei aller grundsätzlichen Zustimmung zu längeren Öffnungszeiten könne seine Partei den «Bestellvdorstoss» der SVP nicht in dieser Form gutheissen. Wenn alle Bäder geöffnet sein müssten, brauche dies Personal, und dies koste viel Geld.

Gemeinderätin Edith Olibet (SP) sagte, der Kern des Problems seien die zu kleinen Wasserflächen. Das sei altbekannt. Sie erinnerte daran, dass vor einigen Jahren ein Schwimmzentrum in Bern vom Volk abgelehnt worden war.

Die Verteilpläne für die Schwimmgruppen würden jedes Jahr zweimal ausgehandelt, erklärte die Schuldirektorin. Es sei keine Überraschung, dass diese Kompromisslösung eine mittlere Unzufriedenheit auslöse, sagte Olibet.

Der Ombudsmann habe jedoch dem Sportamt bescheinigt, dass es die Schwimmbahnen nicht willkürlich, sondern durchdacht zuteile. Olibet lehnte einen unbeaufsichtigten Schwimmunterricht strikte ab. Die Haftung der Stadt lasse sich niemals durch ein Hinweisschild wegbedingen.

Thomas Weil wandelte die Motion über die Öffnungszeiten der Freibäder in die schwächere Form eines Postulats um. In dieser Form wurde es überwiesen.

Weils zweiter Vorstoss zur gerechten Verteilung der Wasserflächen wurde mit 52 Nein zu 13 Ja-Stimmen abgelehnt. Weil hatte es abgelehnt, den Vorstoss in ein Postulat umzuwandeln. Der Vorstoss zugunsten der Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche wurde als Postulat überwiesen.

(sda)

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