Bernmobil verbietet den Chauffeuren ihre Radios
Aktualisiert

Bernmobil verbietet den Chauffeuren ihre Radios

Neues Ungemach für die Buschauffeure von Bernmobil: Jetzt nehmen ihnen die Chefs das geliebte Radio weg. Grund: Rund 30 Kunden beschwerten sich über zu laute Musik in Berns Bussen.

«Mit dem Radioverbot bin ich nicht einverstanden und bedaure den Entscheid», ärgert sich Buschauffeur Walter Zingg. Der 57-Jährige, der sonst mit seinem Arbeitgeber äusserst zufrieden ist, hatte sogar mehrere positive Kundenmeldungen in Sachen Radio. Mit einer Unterschriftensammlung versuchten rund 100 Chauffeure, das drohende Radioverbot abzuwenden – vergeblich.

«Radio hören wird ab sofort nicht mehr toleriert», bestätigte Annegret Hewlett, Sprecherin von Bernmobil gegenüber 20 Minuten. Als Gründe nennt Hewlett 30 Reklamationen von Kunden und Schwierigkeiten mit dem Funkverkehr. Versuchsweise wurde vor rund einem Jahr der Bus 251 mit einem Radio ausgerüstet. «Dieses Gerät bleibt im Bus, darf aber während des Linienverkehrs nicht benutzt werden», so Hewlett. Zudem nahmen viele Chauffeure ein eigenes, kleines Gerät mit zur Arbeit. Das wird jetzt nicht mehr toleriert.

Übertreiben es die Bernmobil-Chefs mit der «Erziehung» ihrer Chauffeure? Die 20-Minuten-Leser zumindest stellen den Fahrern in einer Web-Umfrage ein gutes Zeugnis aus. 116 von 190 Stimmen (61%) beurteilen das Bernmobil-Personal als freundlich genug.

Denise Schneitter

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