Bern: Bernmobil verweigert Gay-Kampagne

Aktualisiert

BernBernmobil verweigert Gay-Kampagne

Ohrfeige für Schwule und Lesben: Plakate, die auf Arabisch, Türkisch und Albanisch für Toleranz gegenüber Homosexuellen werben, sind in Berner Trams und Bussen unerwünscht.

von
Fabienne Wittwer
In den Berner Trams werden solche Plakate nicht zu sehen sein. (Fotos: A. Meocci)

In den Berner Trams werden solche Plakate nicht zu sehen sein. (Fotos: A. Meocci)

«Mein Sohn ist schwul. Warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?» Mit solchen Sprüchen unter anderem auf Türkisch, Arabisch oder Albanisch wollten die Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern (HAB) bei Mi­granten für Toleranz werben. Pünktlich zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai sollten entsprechende Plakate flächendeckend im Berner ÖV hängen. Doch die Gays haben die Rechnung ohne Bernmobil gemacht: «Wir hängen in unseren Fahrzeugen keine Plakate auf, die wir selbst nicht verstehen», sagt Mediensprecherin Annegret Hewlett.

«Eine faule Ausrede», empört sich der bisexuelle SVP-Grossrat Thomas Fuchs. «Bernmobil hat doch bloss Angst vor aggressiven Reaktionen und kuscht deshalb vor den Ausländern.» Auch die Schwulenorganisation Pink Cross hält von der Bernmobil-Entscheidung wenig: «Das ist alles andere als weltstädtisch», sagt Geschäftsleiter Uwe Splittdorf. Enttäuscht zeigt man sich auch bei den HAB: «Wir verstehen nicht, warum Bernmobil hier keinen Mut zeigt», sagt Präsident Christoph Janser. In den Zügen von RBS und BLS dürften die Plakate schliesslich auch aufgehängt werden. «Wir finden die Kampagne überhaupt nicht provokativ», so BLS-Sprecher Rolf Grossen­bacher.

Die Gays sind nicht als Einzige unerwünscht: 2009 lehnte Bernmobil Plakate der Organisation Freidenker ab, weil man keine Werbung mit religiösem Inhalt dulde (20 Minuten berichtete).

Deine Meinung