Aktualisiert 21.12.2007 21:52

Berns Serie im Derby gerissen

Der SC Bern hat ausgerechnet im Derby gegen Langnau nach 13 siegenreichen Spielen wieder verloren. Auch die ZSC Lions steckten im Zürcher Derby einen Rückschlag ein.

Ausgerechnet gegen den Kantons-Rivalen SCL Tigers endete Berns stolze Siegserie. Nach 13 Erfolgen unterlag der SCB vor eigener Kulisse ohne Ankündigung 1:2. Zum Emmentaler Helden avancierte der Ersatzkeeper Michael Flückiger. Seine Paraden ermöglichten den ersten Derby-Sieg seit dem 21. November 2004.

Nach 27 Minuten erstarrte das Gros der siegestrunkenen 16 789 Zuschauer. Josh Holden nutzte einen Doppelausschluss gegen den Leader zum kursweisenden 2:0. In der verbleibenden Zeit stürmte der Favorit zwar fast pausenlos an, scheiterte aber reihenweise am überragenden Flückiger. Nur Sébastien Bordeleau fand in seiner bekannt energischen Art eine einzige Lücke; in der hektischen Schlussphase verpasste der Franko-Kanadier aber mehrere hochprozentige Chancen fahrlässig.

Praktisch über Nacht stieg der 23-Jährige zum umjubelten Matchwinner auf. Nach zwei missratenen Einsätzen im B-Team Langenthal «beförderte» ihn Coach Christian Weber wieder in die oberste Liga - der Schachzug zahlte sich doppelt und dreifach aus. «Für mich geht ein Traum in Erfüllung, ich kann es kaum fassen», staunte Flückiger im für ihn ungewohnten TV-Rampenlicht selber am meisten.

Mit Flückigers wunderbaren Aktionen hatten vor allem auch die Berner nicht gerechnet. Zusammen mit den beiden Torschützen Claudio Moggi und Holden trug er den Hauptteil zum Ende von zwei negativen Langnauer Serien bei. Zum einen verhinderte Flückiger die 13. Niederlage in Folge gegen den SCB verhinderte, weiter stoppte er die Auwärtsmisere (fünf Niederlagen in Serie).

Die SCL Tigers überraschten in mehrfacher Hinsicht. Sekunden nach dem Führungstor verloren sie mit Jeff Toms den besten Skorer der Liga verletzungsbedingt. Diesen erheblichen Ausfall steckten sie ebenso gut weg wie den frühen Restausschluss von Christian Moser, der Berns Schwede (und Provokateur) Christian Berglund mit einem Ellbogencheck im Gesicht verletzte. Es ist dem SCL hoch anzurechnen, mit welcher Gelassenheit er die Rückschläge verkraftete.

Dritte Lions-Niederlage in Serie

Trotz defensiv solider Leistung unterlag der ZSC im spannenden Zürcher Derby auswärts Kloten 2:4. Das Marathon-Programm behagt den Lions nicht. Im dritten Spiel innerhalb von vier Tagen bezogen sie die dritte Niederlage. Ihre Lage am Trennstrich spitzt sich abermals zu.

Vom klassischen Fehlstart - die Flyers führten nach 67 Sekunden dank Bühler 1:0 - erholten sich die Gäste schnell. Verteidiger Blindenbacher markierte in doppelter Überzahl sein 9. Saisontor. Auch den zweiten Rückstand machten die Lions wett. Der sehenswerten Einzelaktion Pittis' (33.) hatten sie aber enttäuschend wenig zu entgegnen. Eine Druckphase vermochten die ideen- und zunehmend energielosen Stadtzürcher nicht zu erzeugen.

In der Offensive produzierten Hochlohnbezüger wie Monnet oder Adrian Wichser vor allem Leerlauf. Vieles blieb Stückwerk. Und in den finalen Minuten fehlte dem dauerbeschäftigten ZSC schlicht die Kraft, die dritte Derby-Niederlage der Saison noch abzuwenden. Mit überflüssigen Fouls stoppte sich die teure Equipe selber. In Unterzahl mussten sie in der 59. Minute gar noch das vierte Gegentor hinnehmen.

Genfer festigen Platz 2

Genf-Servette bleibt klarer Tabellen-Zweiter: Durch das 6:2 im Verfolger-Duell gegen Zug beträgt der Vorsprung auf die Innerschweizer nun schon acht Punkte.

Wie im letzten Vergleich führte Genf nach knapp eineinhalb Minuten (und einem Doppelschlag von Juraj Kolnik und Kirby Law innert 12 Sekunden) 2:0. Doch im Gegensatz zur Partie vom 30. Oktober, als Zug trotz 0:3- und 1:4-Rückstands noch 8:6 gewonnen hatte, verlor das Team von Chris McSorley diesmal den Überblick nicht mehr. Angeführt vom starken Ausländer-Trio mit Kolnik, Law und Serge Aubin (Schütze des 4:2 in der 26. Minute) waren die Platzherren deutlich effizienter und als Sebastian Schilt mit seinem ersten NLA-Tor auf 5:2 erhöhte (29.), war die Partie entschieden.

Die Zuger waren über weite Strecken tonangebend, der Puck zischte aber wiederholt knapp am Gehäuse von Gianluca Mona vorbei. Schon heute erhalten die Innerschweizer, die sich im Schlussdrittel mit mehreren Disziplinlosigkeiten um jegliche Aufholchancen brachten, Gelegenheit zur Wiedergutmachung: Im Spiel, wo das 40- Jahr-Jubiläum des Klubs gefeiert wird, treten sie (in werbefreien Retro-Shirts) gegen Meister Davos an.

National League A, 32. Runde

Kloten - ZSC Lions 4:2 (2:1,1:1,1:0)

Schluefweg. - 5866 Zuschauer. - SR Kunz, Abegglen/Schmid.

Tore: 2. Bühler 1:0. 6. Blindenbacher (Monnet, Johner/Ausschlüsse Hamr und Alavaara) 1:1. 9. Wick (Hamr) 2:1. 28. Suchy (Adrian Wichser/Ausschluss Alavaara) 2:2. 33. Pittis (Rintanen, Rothen) 3:2. 59. Hamr (Rothen/Ausschlüsse Pittis; Forster, Leeger) 4:2.

Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Kloten, 8mal 2 plus 10 Minuten (Kim Lindemann) gegen den ZSC.

PostFinance-Topskorer: Rintanen; Adrian Wichser.

Kloten: Rüeger; von Gunten, Hamr; Stephan, Alavaara; Grossmann, Schulthess; Rothen, Pittis, Rintanen; Sven Lindemann, Lemm, Bühler; Wick, Liniger, Stancescu; Ehrensperger, Kellenberger, Brunner.

ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy; Seger, Forster; Stoffel, Schnyder; Johner, Wichser, Sejna; Lachmatow, Monnet, Bastl; Krutow, Gloor, Kim Lindemann; Tiegermann, Grauwiler, Leeger.

Bemerkungen: Kloten ohne Jenni, Bodenmann (beide verletzt) sowie Welti, Suri, Schlagenhauf (alle U20), ZSC Lions ohne Gardner, Murovic, Martin Wichser (alle verletzt), Aurelio Lemm (U20-WM). ZSC ab 58:54 ohne Torhüter.

Bern - SCL Tigers 1:2 (0:1,1:1,0:0)

PostFinance-Arena. - 16 789 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann, Simmen/Wehrli.

Tore: 11. Claudio Moggi (Toms) 0:1. 27. Holden (Duda, Zeiter/Ausschlüsse Leuenberger und Gerber) 0:2. 34. Bordeleau 1:2.

Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 plus 5 (Christian Moser) plus 10 Minuten (Sandro Moggi) plus Spieldauer (Christian Moser) gegen die SCL Tigers.

Bern: Bührer; Gerber, Kobach; Furrer, Leuenberger; Jobin, Steinegger; Rytz; Mowers, Ziegler, Reichert; Abid, Bordeleau, Berglund; Bärtschi, Dubé, Rüthemann; Meier, Chatelain, Camichel.

SCL Tigers: Flückiger; Murphy, Blum; Lüthi, Bayer; Stettler, Balerna; Aegerter, Christian Moser; Toms, Holden, Claudio Moggi; Neff, Sutter, Joggi; Duda, Zeiter, Sandro Moggi; Stephan Moser, Gerber, Debrunner.

Bemerkungen: Bern ohne Dempsey (verletzt), Josi, Berger, Froidevaux (alle U20-WM), SCL Tigers Bieber, Varada (krank). 11. Toms mit Bänderüberdehnung in der Schulter ausgeschieden. 18. Pfostenschuss von Ziegler. 20. Pfostenschuss von Lüthi. 27. Timeout von Langnau. 32. Kicktor von Langnau annulliert. 41. Pfostenschuss Abid. 58:31 Timeout von Bern, SCB ab 59:37 ohne Keeper.

Servette - Zug 6:2 (3:2,2:0,1:0)

Les Vernets. - 5335 Zuschauer. - SR Reiber, Mauron/Rebillard.

Tore: 2. (1:14) Kolnik (Fedulow) 1:0. 2. (1:26) Law (Aubin, Höhener) 2:0. 5. Diaz 2:1. 11. Cadieux (Déruns) 3:1. 20. McTavish (Richter, Green/Ausschluss Aubin) 3:2. 26. Aubin 4:2. 29. Schilt (Aubin) 5:2. 52. Kolnik (Bezina, Fedulow/Ausschlüsse Green, Camichel) 6:2.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Genf-Servette, 8mal 2 plus 10 Minuten (Oppliger) gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Kolnik; Camichel.

Genf-Servette: Mona; Mercier, Bezina; Gobbi, Keller; Höhener, Breitbach; Schilt, Julien Bonnet; Law, Aubin, Conz; Fedulow, Vigier, Kolnik; Cadieux, Savary, Déruns; Rivera, Lüssy, Rüfenacht.

Zug: Weibel; Back, Diaz; Dominic Meier, Richter; Sutter, Kress; Green, Di Pietro, Grosek; Walser, Camichel, McTavish; Christen, Oppliger, Trevor Meier; Steinmann, Schnyder, Casutt.

Bemerkungen: Genf-Servette ohne Trachsler (verletzt), Augsburger (U20-WM), Meunier, Jérôme Bonnet (beide überzählig); Zug ohne Maurer (U20-WM). 14. Pfostenschuss Dominic Meier. 50. Timeout Genf- Servette.

LIVE-TICKER

60. Das Spiel ist aus! Kloten gewinnt das Derby verdient und nähert sich den Top 4. Für die Lions wird die Lage am Strich wieder etwas prekärer.

59. Tor für Kloten! Das war wohl die Entscheidung: Radek Hamr trifft nach einem Abpraller aus spitzem Winkel in Überzahl.

59. 5 gegen 3 Situation für die Klotener für wenige Sekunden. Die Lions wehren sich bisher aber erfolgreich.

58. Die Emotionen schwappen über. Pittis und Forster liefern sich eine Rangelei. Das gibt weitere Strafen. Forster wandert für 2 plus 2 Minuten, Pittis für deren 2.

57. Strafe gegen die Lions. Suchy leistet seinen Teamkollegen einen Bärendienst. Die Lions brauchen schon fast einen Shorthander.

56. Je eine Strafe auf beiden Seiten. Nur je vier Spieler auf dem Eis.

54. Die Lions bemüht, aber noch ohne wirkliche Ausgleichschance.

51. Das Powerplay ist vorbei. Die letzten zehn Minuten laufen. Die Lions zuletzt nicht mehr oft in der Offensivzone anzutreffen.

48. Powerplay für die Klotener. Das Überzahlformation steht schnell, der Puck zirkuliert gut, aber der erfolgreiche Abschluss fehlt noch.

48. Kloten übersteht die Strafe und kommt gleich zur Chance zum 4:2. Aber Sulander verkürzt den Winkel gegen Lemm stark.

45. Strafe gegen die Klotener. Die Lions in dieser Startphase des dritten Abschnitts bissiger.

42. Chance für Kloten. Michael Liniger vergibt alleine vor Ari Sulander.

41. Auf geht's ins letzte Drittel.

40. Das zweite Drittel ist vorbei. Die Klotener führen mittlerweile verdient. Die Lions vermehrt in der Defensive.

37. Strafe gegen die Lions. Grauwiler hielt Wick zurück. Eine klare Sache.

35. Die Klotener in diesem Drittel besser. Das Heimteam hat den Kantonsrivalen im Griff.

32. Tor für Kloten! Domenico Pittis bringt Kloten erneut in Führung. Aus kurzer Distanz trifft er zum siebten Mal in dieser Saison. Sulander ohne Chance.

28. Tor für die Lions! Powerplay-Treffer für die Lions. Rüeger kann nur nach vorne abprallen lassen und im Slot steht Suchy bereit, der einschiessen kann.

25. Das Powerplay ist vorbei. Die Klotener konnten nicht überzeugen.

23. Powerplay für Kloten. Lindemann mit einem unnötigen Foul. Das gibt 2 plus 10 Minuten.

21. Weiter geht es mit dem zweiten Drittel. Wie lange reicht die Kraft der Lions noch?

20. Das erste Drittel ist vorbei. Die Lions hatten wohl mehr vom Spiel vom Spiel, effektiver war jedoch Kloten.

17. Das Spielniveau hat etwas nachgelassen. Die Lions jedoch weiterhin mit mehr Spielanteilen.

13. Chance für Kloten. Domenico Pittis taucht plötzlich alleine vor Sulander auf, doch der Stürmer scheitert am gut reagierenden Finnen.

9. Tor für Kloten! Roman Wick erwischt Ari Sulander kurz nach Ablauf der Strafe mit dem Buebetrickli - 2:1 für Kloten.

9. Beide Strafen sind vorbei. Diesmal gab es keine Tore.

7. Jetzt trifft es auch einen ZSC-Spieler. Suchy wandert in die Kühlbox - das Powerplay ist damit dahin.

6. Tor für die Lions! Das hat nur wenige Sekunden gedauert. Rüeger konnte Blindenbachers Schuss nicht stoppen und die Scheibe kullert über die Linie. Immer noch 1:30 Minuten Powerplay.

6. Auch Alavaara folgt Hamr. Fast 1:40 Minuten Überzahl für die Klotener.

6. Nächste Strafe gegen Kloten. Diesmal trifft es Radek Hamr.

4. Die Lions mit einem druckvollen Powerplay, aber zu einem Tor reichte es nicht.

2. Strafe gegen Kloten. Die Lions kommen gleich zur Chance zum Ausgleich.

2. Tor für Kloten! Kloten geht mit der ersten Chance in Führung. Allerdings hatte sich das Tor verschoben. Der Treffer von Cyrill Bühler hätte wohl nicht zählen dürfen.

1. Los geht's! Das Derby läuft. Können die Lions im dritten Spiel in vier Tagen endlich gewinnen?

- In Kürze geht es im Schluefweg los. Wer gewinnt das letzte Zürcher Derby 2007?

Vor den Spielen

In der 32. Runde der National League A will Bern seine Ungeschlagenheits-Serie verlängern, die ZSC Lions ihren Platz über dem Strich festigen.

Happiges Programm für die Lions: Nach dem Spiel am Dienstag und Mittwoch stehen die Zürcher heute schon zum dritten Mal innert vier Tagen auf dem Eis. Morgen müssen die Lions dann noch gegen Genf-Servette antreten. Doch zuerst gilt es im Derby gegen die Flyers den Abstand auf Lugano (aktuell zwei Punkte) und damit auf den Strich zu vergrössern.

Ebenfalls um einen Platz in den Playoffs spielen die SCL Tigers. Ihre Aufgabe beim SC Bern ist heute jedoch fast eine unmögliche. Der Leader aus der Hauptstadt ist seit 13 Spielen unbesiegt.

National League A, 32. Runde 19.45 Uhr

Bern - SCL Tigers

Kloten - ZSC Lions

Servette - Zug

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