Tiefe Impfquoten - Berset fürchtet harten Herbst in den Altersheimen
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Tiefe ImpfquotenBerset fürchtet harten Herbst in den Altersheimen

Der Gesundheitsminister sorgt sich um die Gesundheit der über 80-Jährigen. In den Heimen sei die Impfquote zu tief. Auch will sich ein grosser Teil des Personals nicht impfen lassen.

von
Patrick McEvily
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Bundesrat Alain Berset macht sich Sorgen, ob die Alters- und Pflegeheime gut durch den Herbst kommen werden. 

Bundesrat Alain Berset macht sich Sorgen, ob die Alters- und Pflegeheime gut durch den Herbst kommen werden.

Tamedia/Boris Müller
20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner seien nicht geimpft. (Symbolbild)

20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner seien nicht geimpft. (Symbolbild)

Tamedia/Boris Müller
Ausserdem gäbe es unter dem Pflegepersonal viele, die sich nicht impfen lassen wollten.

Ausserdem gäbe es unter dem Pflegepersonal viele, die sich nicht impfen lassen wollten.

Tamedia

Darum gehts

  • Bundesrat Alain Berset zieht in der «NZZ» Bilanz über die bisherige Pandemie-Bekämpfung – und blickt voraus.

  • Sorgen bereiten ihm die Altersheime: 20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner seien ungeimpft, und beim Personal wollen sich viele nicht impfen lassen.

  • Der Gesundheitsminister fordert deshalb weiterhin eine hohe Impfquote. Im Herbst könnte dies vor erneuten Corona-Massnahmen bewahren.

Rund 20 Prozent der über 80-Jährigen sind noch nicht geimpft. Ausserdem sei auch die Impfbereitschaft beim Pflegepersonal und der Spitex tief. Darum macht sich Bundesrat und BAG-Vorsteher Alain Berset im Interview mit der «NZZ» Sorgen, wie es den älteren Bevölkerungsgruppen im Herbst ergehen wird. In Kombination mit weniger strengen Massnahmen könnte die Delta-Variante wieder zu mehr Todesfällen führen – wie dies während der zweiten Welle letztes Jahr der Fall war. Trotzdem ist ein Impfobligatorium für das Pflegepersonal weiterhin kein Thema für Berset. Als Massnahme schlägt er stattdessen vor, das Testen in den Alterszentren zu forcieren.

Der Bundesrat schaut bereits auf den Herbst. Als relevante Messgrösse für den weiteren Verlauf der Pandemie sieht Berset vor allem die Spitaleinweisungen. Bleiben diese tief, seien höhere Fallzahlen zu verkraften. Die aktuellen Erkenntnisse zur Delta-Verbreitung in England würden diese Haltung bestärken. Allerdings müssten verschärfte Massnahmen weiterhin eine Möglichkeit bleiben. So sei denkbar, dass der Zutritt zu Gastronomie oder Kulturstätten vorübergehend nur mit dem Covid-Zertifikat möglich sei. Nur so könnten bei negativem Verlauf der Pandemie weitere Einschränkungen verhindert werden. Das Maskentragen sei hingegen eine geringfügige Massnahme, die den meisten Personen keine Mühe bereitet, sagt Berset.

Im Interview sagt der Gesundheitsminister ausserdem, dass in der Zusammenarbeit zwischen den Departements in Bern und auch mit den Kantonen sei nicht immer alles optimal gelaufen sei. Seien Fehler geschehen, habe man diese aber umgehend wieder korrigiert.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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