Corona-Leaks: Berset im Kreuzfeuer – «ich werde alles sagen, was ich weiss oder gewusst habe»

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Corona-LeaksBerset im Kreuzfeuer – «ich werde alles sagen, was ich weiss oder gewusst habe»

Am Mittwochnachmittag informierte Bundespräsident Alain Berset zur neuen Pflegeinitiative. Während der Pressekonferenz dominierte jedoch ein anderes Thema. Eine Übersicht.

Bundespräsident Alain Berset steht im Kreuzfeuer der Journalisten.

Darum gehts

  • Bundespräsident Alain Berset steht seit mehreren Tagen in der Kritik. 

  • Es geht um die Corona-Leaks während der Pandemie.

  • Während der Pressekonferenz zur Pflegeinitiative wurden hauptsächlich Fragen zu den Corona-Leaks gestellt.

Die eigentliche Pressekonferenz mit Bundespräsident Alain Berset zur Umsetzung der neuen Pflegeinitiative rückte an diesem Mittwochnachmittag in den Hintergrund. Die anwesenden Journalistinnen und Journalisten hatten eigentlich nur eine Frage: Wie viel wusste Alain Berset im Fall der Corona-Leaks? Dementsprechend waren die anwesenden Medienleute auch scharf auf Antworten zu ebendieser Frage.

Zuvor hat der Bundesrat am heutigen Mittwoch eine vertiefte Diskussion über die Corona-Leaks geführt, zum Teil ohne Bundespräsident Alain Berset (50). Dieser sei in Ausstand getreten und habe das Bundesratszimmer verlassen, wie Bundesratssprecher André Simonazzi erklärte. Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass der ehemalige Kommunikationschef von Alain Berset, Peter Lauener dem Ringier-CEO Marc Walder Mails mit vertraulichem Inhalt geschickt haben soll.

«Der Bundesrat unterstreicht, dass ein Klima des Vertrauens sowohl intern wie extern für die Qualität seiner Entscheidung notwendig ist», so Simonazzi. Indiskretionen würden der Arbeit im Gremium und den Interessen des Landes schaden. «Der Bundesrat toleriert keine Indiskretionen und er verurteilt sie entschieden», so Simonazzi.

Journalisten löchern Berset mit Fragen

Berset beteuerte immer wieder, dass er keine Kenntnisse von den Corona-Leaks hatte. Ein Journalist fragte darauf, ob das bedeute, dass der Kommunikationschef von Berset in Eigenregie gehandelt habe. Berset: «Genau deswegen werde ich der GPK alles sagen, was ich weiss oder gewusst habe. Darum bin ich auch froh, dass die GPK entschieden hat, alles ans Licht zu bringen.»

Ein Journalist hakt nach und fragt, ob es Punkte gebe, die Berset an der Pressekonferenz nicht erwähne, welche er gegenüber dem Bundesrat erwähnt habe und gegenüber der GPK noch erwähnen werde, namentlich was er alles gewusst habe, was sein Kommunikationschef gemacht haben soll. «Es gibt Institutionen, und im Rahmen dieser Institutionen muss alles aufgeklärt werden. Ich hoffe, die GPK wird  rasch und vollständig aufarbeiten», so Bundespräsident Berset.

«Ich hoffe, die GPK wird rasch und vollständig aufarbeiten»

Alain Berset, Bundespräsident

Bekommt die GKP alle Unterlagen?

Zwischendurch tauchte noch die Frage auf, ob die GPK auch wirklich alle Unterlagen erhalten werde. André Simonazzi, Sprecher des Bundesrats, dazu knapp: «Dafür gibt es genügend Sicherheiten.» Ein weiterer Journalist möchte wissen, ob es im Bundesrat Thema gewesen sei, dass die SVP den Rücktritt von Berset fordere. Weder Berset noch Simonazzi wollen sich dazu äussern. Der Bundesratssprecher: «Die Sitzungen des Bundesrats sind vertraulich.»

Ein weiterer Journalist will von Berset wissen, ob er sein Departement im Griff gehabt habe, wenn er nicht mal wusste, was einer seiner engsten Mitarbeiter getan habe. «Diese Frage werde ich gerne der Geschäftsprüfungskommission erklären», so Berset.

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(fos)

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