Berset und Gesundheitsdirektoren – «Wir hoffen, ohne Schliessungen durchzukommen»

Berset und Gesundheitsdirektoren«Wir hoffen, ohne Schliessungen durchzukommen»

Berset spricht derzeit mit den Kantonen über die Corona-Lage in der Schweiz. Heute Freitag ist er im Kanton Waadt. Derzeit läuft eine Medienkonferenz.

von
bre

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Freitag, 14.01.2022

Zusammenfassung

An der heutigen Pressekonferenz traten Gesundheitsminister Alain Berset sowie die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz vor die Medien. Hauptthemen waren die aktuelle Omikron-Welle und inwiefern diese die Situation in den Spitälern sowie die Massnahmen beeinflusst.

  • Die Wichtigkeit der Boosterimpfung ist weiterhin hoch. Deshalb ist auch eine erneute Kampagne zur Förderung von Auffrischungsimpfungen geplant.

  • Die Anzahl an Corona-Tests, die momentan täglich durchgeführt werden, ist sehr hoch. Noch vor einigen Monaten wurden 30'000 Tests pro Tag als viel eingestuft, jetzt sind wir bei fast 100'000 Tests täglich. Verzögerungen von Testergebnissen sind die Folge. Doch die Kantone haben auch reagiert und die Testkapazitäten ausgebaut und das Regime angepasst. So testet der Kanton Waadt Personen mit Symptomen prioritär.

  • Der Vergleich von Covid-19 mit der saisonalen Grippe ist nur für Personen mit einer Immunität möglich. Insgesamt führt Omikron zu weniger schweren Verläufen, es betrifft mehr die oberen Atemwege als die Lunge.

  • Zu den Vorschlägen, die der Bundesrat in die Vernehmlassung gegeben hat, äusserte sich die Gesundheitsdirektorenkonferenz nicht.

  • Konkrete Pläne zur Abschaffung der Quarantäne bestehen aktuell nicht.

Die Pressekonferenz ist beendet

In Kürze folgt hier eine Zusammenfassung.

Abschaffung der Quarantäne nach Ende März?

Alain Berset stellt klar, dass weiterhin jede Woche geschaut werde, inwiefern Massnahmen angepasst werden müssen. Die geplante Verlängerung der Massnahmen bis Ende März sei eben nur das, ein Plan. «Es gibt keine konkreten Pläne zur Abschaffung der Quarantäne», betont Berset. Momentan würden schlicht die Meinungen der Kantone eingeholt.

War der Grippe-Vergleich verharmlosend?

Alain Berset wagte den Vergleich, dass eine Corona-Erkrankung ähnlich wie eine Grippe ablaufen könnte. Berset glaubt an die Fähigkeit der Bürgerinnen und Bürger, seinen Vergleich mit der Grippe einordnen zu können. «Die Aussage habe ich in Bezug auf Menschen mit Immunität getroffen», betont der Gesundheitsminister. Für Personen mit tiefer oder fehlender Immunität bestehe eine immer noch nicht zu unterschätzende Gefahr vom Virus aus. «Die Aussage bedeutet nicht, dass alles vorbei ist», schliesst Berset.

Sind die Testkapazitäten überstrapaziert?

Berset gibt zu, dass momentan extrem viel getestet wird. Bei fast 100'000 täglichen Tests befinden wir uns heute. Er spricht in diesem Zusammenhang von einer Herausforderung. Die Hoffnung sei, dass die aktuelle Welle bald rückläufig sei.

Ruiz ergänzt, dass sich momentan Testergebnisse verzögern können. Aber gewisse Kantone hätten gerade wegen der vielen Tests ihre Kapazitäten erhöht, so zum Beispiel der Kanton Waadt.

Bald Ende der Pandemie?

Ein Journalist fragt, ob man tatsächlich von einem baldigen Ende der Pandemie sprechen könnte. Berset gibt sich vorsichtig optimistisch: «Zum ersten Mal ist es möglich, dass wir am Beginn des Übergangs zur endemischen Phase stehen.»

Die Fragerunde beginnt

Die Pressekonferenz bietet nun Journalisten die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Kein Kommentar zu den Inhalten der Vernehmlassung

Der Bund hat eine Reihe von Vorschlägen in die Vernehmlassung für die Kantone gegeben. «Zur Vernehmlassung nimmt die GDK heute keine Stellung», stellt Ruiz klar. Bis am Montag läuft die Vernehmlassung noch und beinhaltet etwa die Verlängerung der Bestimmungen über 2G und zum Homeoffice.

Omikron-Infektionen werden weiter zunehmen

Die Rolle der Boosterimpfung in der weiterhin anhaltenden Omikron-Welle sei wichtig, betont Ruiz. «Es gibt aber viele Leute, die bei der Auffrischungsimpfung zögern. Den Schutz braucht es aber jetzt, und die Auffrischungsimpfung bietet das», erklärt Ruiz.

Ruiz: Spitäler könnten an Grenzen geraten

Nun hat die Waadtländer Gesundheitsdirektorin, Rebecca Ruiz, das Wort übernommen. Sie beginnt ähnlich wie Berset: Die Gefahr sei noch nicht gebannt. «Ein grosser Teil der Bevölkerung ist entweder geimpft oder genesen», gibt sie zu. Die neue Welle könnte jedoch die Spitäler an ihr Limit treiben. Deshalb müsse sich die Akteure des Gesundheitswesens entsprechend vorbereiten.

«Es wird gut kommen»

Da bisher auf Schliessungen verzichtet worden ist, ist Berset vom eingeschlagenen Weg überzeugt. Damit das weiter so bleiben könne, brauche es nach wie vor Massnahmen, um die Kontakte zu reduzieren. Er verstehe, dass alle müde seien, doch betont: «Wir müssen das aushalten, es wird gut kommen.»

Neue Kampagne für Auffrischungsimpfungen geplant

Für Mitte Januar kündigt der Gesundheitsminister eine neue Kampagne für die Auffrischungsimpfungen an.

Massnahmen weiterhin wichtig

Berset betont, dass Corona-Massnahmen weiterhin benötigt werden. «Wir sind mitten in einer Welle», betont er den Ernst der Situation. Er gibt sich aber auch optimistisch: «Wir hoffen, dass wir am Übergang von Pandemie zur Endemie stehen.» Eine Überlastung der Spitäler sei nach wie vor zentral.

Die Pressekonferenz beginnt

Mit etwas Verspätung ist Gesundheitsminister Berset vor die Medien getreten. Zusätzlich dabei ist die Waadtländer Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz.

Berset spricht das Gespräch mit der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren an, das er heute führte: Beim Treffen seien alle kantonalen Gesundheitsdirektoren dabei gewesen. Die Lage in den Spitälern sowie allgemein die Omikron-Variante und ihre Herausforderungen waren Thema. Die Auslastung der Intensivstationen sei zurückgegangen.

Gesundheitsminister Berset bespricht Massnahmen mit Kantonen

Alain Berset trifft sich derzeit mit Vertretern der Kantone, um die Corona-Lage zu diskutieren. Denn der Bundesrat möchte prüfen, was deren Meinung zu verschiedenen Massnahmen ist. So ist eine Ausweitung der Maskenpflicht ebenso wie die komplette Abschaffung der Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten im Gespräch.

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