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Covid in der SchweizLäden zu, mehr Homeoffice – Berset will Massnahmen verschärfen

Das Bundesamt für Gesundheit schätzt, dass schon 5 bis 6 Prozent der Corona-Fälle auf die mutierten Varianten entfallen könnten. Bundesrat Alain Berset will nun die Massnahmen verschärfen – die Regierung entscheidet am Mittwoch.

von
Daniel Waldmeier
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Berset beantragt eine Verschärfung der Massnahmen.

Berset beantragt eine Verschärfung der Massnahmen.

AFP
Er will die Läden schliessen.

Er will die Läden schliessen.

AFP
Zudem soll eine Maskenpflicht in allen Innenräumen gelten.

Zudem soll eine Maskenpflicht in allen Innenräumen gelten.

REUTERS

In Wengen steckten sich 28 Personen mit dem Coronavirus an, nachdem sich dort ein britischer Tourist aufgehalten hatte – er wurde später positiv auf die neue, ansteckendere Virusvariante (B1.1.7) getestet. Laut der Berner Kantonsärztin Linda Nartey stoppten auch die gängigen Schutzmassnahmen das Virus nicht.

Das Bundesamt für Gesundheit schätzt, dass bereits 5 bis 6 Prozent der Covid-Fälle in der Schweiz auf die Virus-Variante aus Grossbritannien oder Südafrika entfallen könnten. Laut dem BAG kommt es auch in der Schweiz zunehmend zu Übertragungen. Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung beim BAG, sagte, nun gehe es darum, die Verbreitung zu verlangsamen. Er zeigte sich sehr besorgt und verwies auf die Explosion der Fallzahlen in Grossbritannien, Irland und Dänemark. Es werde weitere Massnahmen brauchen, sollten sich die Varianten in der Schweiz weiter ausbreiten.

Berset will den Lockdown

Vor dem Hintergrund der Entwicklung hat der Bundesrat den Kantonen eine Reihe von zusätzlichen Corona-Einschränkungen vorgeschlagen – mit dem Ziel, schnell reagieren zu können. Laut dem «Tages-Anzeiger» beantragt Gesundheitsminister Alain Berset nun dem Bundesrat in der Sitzung vom Mittwoch, all diese Massnahmen zu ergreifen. Die Zeitung beruft sich auf gut informierte Quellen aus dem Umfeld des Bundesrates. Zur Debatte stehen unter anderem:

  • Verschärfung der Homeoffice-Empfehlung.

  • Begrenzung privater Treffen auf zwei Haushalte.

  • Schliessung der Läden, die Güter des nicht-täglichen Bedarfs verkaufen. Weiterhin möglich wäre das Abholen bestellter Waren vor Ort («click and collect»).

  • Maskenpflicht in allen Innenräumen, neu auch an allen Arbeitsplätzen, selbst wenn Abstände eingehalten werden.

  • Menschenansammlungen im öffentlichen Raum: Menschenansammlungen im öffentlichen Raum werden von fünfzehn auf zehn Personen beschränkt.

Entscheiden muss der Gesamtbundesrat – dass Berset mit allen Massnahmen durchkommt, halten Beobachter für wenig wahrscheinlich. Mit der Homeoffice-Pflicht etwa war Berset im bürgerlichen Bundesrat bereits im Dezember aufgelaufen. Als wahrscheinlich gilt, dass die bestehenden Massnahmen bis Ende Februar verlängert werden.

Der Entscheid wird am Mittwochnachmittag erwartet. 20 Minuten berichtet live.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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