13.09.2020 04:11

Bundesrat Alain Berset«Es ist absurd, uns diktatorisches Verhalten vorzuwerfen»

In einem Interview zeigt Bundesrat Alain Berset wenig Verständnis für Leute, die die Gefahr des Corona-Virus herunterspielen. Einen zweiten Lockdown will Berset um jeden Preis verhindern.

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Innenminister Alain Berset möchte alles daran setzen, einen zweiten Lockdown zu verhindern.

Innenminister Alain Berset möchte alles daran setzen, einen zweiten Lockdown zu verhindern.

KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Berset hat allerdings wenig Verständnis für Menschen, die die Corona-Krise grundsätzlich leugnen – oder dem Bundesrat diktatorisches Verhalten vorwerfen.

Berset hat allerdings wenig Verständnis für Menschen, die die Corona-Krise grundsätzlich leugnen – oder dem Bundesrat diktatorisches Verhalten vorwerfen.

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Die Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen wie hier in Zürich am 29. August sind für Berset vor allem ein Sammelbecken von «Rechtsaussen, Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern».

Die Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen wie hier in Zürich am 29. August sind für Berset vor allem ein Sammelbecken von «Rechtsaussen, Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern».

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Darum gehts

  • Bundesrat Alain Berset setzt auf Contact-Tracing und regionale Massnahmen.
  • Einen zweiten Lockdown will er verhindern.
  • Eine Durchseuchung sei für ihn keine Lösung.
  • Auch zeigt der Gesundheitsminister wenig Verständnis für Menschen, die das Virus negieren.

Innenminister Alain Berset zeigt in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» (Artikel hinter Bezahlschranke) wenig Verständnis für Leute, die das Corona-Virus leugnen. «Hier soll offensichtlich eine Bewegung gegen unsere faktenorientierte und demokratische Gesellschaftsform aufgebaut werden», so Berset.

Es handle sich dabei um Rechtsaussen, Impfgegner und obskure Verschwörungs-Theoretiker, führt Berset weiter aus. «Einiges an der Anti-Corona-Bewegung scheint mir aus dem Ausland importiert». Berset äussert «wenig Verständnis» dafür, dass solche Kreise den Behörden diktatorische Verhalten vorwirft. «Das ist absurd. Die Schweiz gehört zu den liberaleren Ländern, was die Corona-Massnahmen angeht.»

Gesundheitsminister Alain Berset will trotz wieder steigender Infektionszahlen einen zweiten Lockdown in der Schweiz um jeden Preis verhindern. Es müsse gelingen, mit leichteren, gezielteren und regionalen Massnahmen einen Stillstand abzuwenden.

Wichtig sei ferner ein gutes Contact-Tracing, sagte Berset in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Mit Blick auf die Grippesaison im kommenden Winter sagte der Gesundheitsminister, das Contact-Tracing werde bis zum Ende der Krise durchgezogen.

Die Kantone müssten die nötigen Kapazitäten zur Verfügung haben. «Das ist eine klare Botschaft an die Kantone. Wir dürfen nicht mehr wie im letzten Frühling einfach aufgeben», sagte Berset.

Einsperren keine Lösung

Von einer differenzierten Durchseuchung, wie sie von einzelnen Virologen vorgeschlagen wird, halte er nichts. Wer glaube, man müsse nur die Verletzlichen schützen und könne ansonsten dem Virus freien Lauf lassen, begebe sich auf einen gefährlichen Weg.

Die Durchseuchung habe bisher nirgendwo funktioniert. Die Schweiz müsste bei einer solchen Strategie die Gefährdeten total isolieren. Das heisse einsperren. Das sei unmöglich und könne niemand ernsthaft wollen. Es gebe keine Indizien dafür, dass das Virus weniger gefährlich geworden sei als in der Vergangenheit.

Wenig Verständnis für Leugner

Bundesrat Alain Berset warnt vor Personen, die Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verbreiten. Es mache den Anschein, dass hier eine neue Bewegung aufgebaut werde, um die an Fakten orientierte und demokratische Gesellschaft zu unterwandern. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte Berset weiter, dass sich in der Anti-Corona-Bewegung allerlei verschiedene Ideologen tummelten: Rechtsaussen, radikale Impfgegner und obskure Verschwörungstheoretiker. Er habe wenig Verständnis für jene Strömung, die das Virus negierten, das weltweit viel Leid verursache.

(SDA, her)

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1064 Kommentare
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Ausdiemaus

14.09.2020, 23:53

Impfgegner, rechte Patrioten und esoterische Globalisierungskritiker – wie ein Netz aus Corona-Skeptikern in der Schweiz Protest-Stimmung schürt Auf einschlägigen Websites wird die Corona-Politik des Bundes in immer schrilleren Tönen kritisiert. Der Hype um das Coronavirus sei reine Panikmache der Impflobby und der WHO. Inzwischen wird damit auch auf der Strasse Stimmung gemacht.

In der Schweiz

14.09.2020, 23:41

Die Folgen der gewaltigen Waldbrände an der US-Westküste sind auch in Europa zu spüren: Seit Freitagmorgen zieht der Rauch aus Kalifornien über Deutschland. Messgeräte des Leibniz-Instituts für Troposphärenmessung (TROPOS) zeigen eine Staubschicht, die seit Freitag 6 Uhr über Leipzig schwebt. Im Laufe des Freitags und Samstags ist die Schicht von anfangs 10 bis 12 auf 5 bis 10 Kilometern Höhe gesunken. Auch am Montag hält die Rauchschicht an. Inzwischen ist sie auf rund 4 Kilometer Höhe gefallen.

Rechenschieber

14.09.2020, 21:34

In 7 Monaten ~40000 verstorben an Krankheiten, davon 1700 mit Virus = Durchseuchung ~5%. 1'000'000 Tests, davon 40000 positiv = Durchseuchung ~4%, Uni Genf Antivirentest Durchseuchung 10%, 8.5 Mio Einw b. Durchseuchung ~5% = 400'000 Infizierte. Sterblichkeit 1700/400'000 = 0.42%. Grippe Sterblichkeit 0.1-0.3%. Noch Fragen ?