Drogenkrieg: Berüchtigter Drogenboss Coke festgenommen
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DrogenkriegBerüchtigter Drogenboss Coke festgenommen

Die Jagd auf den berüchtigten Drogenboss Christopher «Dudus» Coke in Jamaika ist zu Ende: Der von den USA Gesuchte wurde auf der Karibikinsel festgenommen.

Nach wochenlanger fieberhafter Suche haben Jamaikas Sicherheitskräfte den untergetauchten Drogenboss Christopher «Dudus» Coke gefasst. Eine Polizeieinheit stoppte den Wagen des 41-Jährigen am Dienstag bei einer Kontrolle im Grossraum der Hauptstadt Kingston.

Coke soll nun an die USA ausgeliefert werden, wo er wegen Mordverdacht, Drogen- und Waffenhandel gesucht wird. Bei der Fahndung nach ihm war es im Mai in Kingston zu blutigen Strassenkämpfen zwischen seinen Anhängern und Sicherheitskräften gekommen. Dabei starben mehr als 70 Menschen.

Die genauen Umstände der Festnahme sind noch unklar. Nach einem Bericht der jamaikanischen Zeitung «The Gleaner», erhielt die Polizei Hinweise, dass «Dudus», wie ihn seine Gefolgschaft nennt, in einem Auto unterwegs war.

Gegen 16.00 Uhr schnappte die Falle zu: Der Wagen des Bandenchefs wurde auf dem «Mandela Highway» gestoppt und Coke offenbar ohne Gegenwehr festgenommen. Er soll eine Perücke getragen haben. Der ihn begleitende Geistliche Al Miller sagte, Coke sei auf dem Weg in die US-Botschaft gewesen.

Kopfgeld über fünf Millionen

Polizeikommissar Owen Ellington rief die Freunde und Familie Cokes noch am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz auf, Ruhe zu bewahren und dem Gesetz seinen Lauf zu lassen. Die Belohnung zur Ergreifung Cokes war kürzlich auf fünf Millionen Dollar erhöht worden.

Ellington liess offen, ob die Summe ausgezahlt wird. Er sagte lediglich: «Die Festnahme Cokes ist der Höhepunkt einer weitangelegten Operation, die am 24. Mai begann.» Der Inhaftierte solle nun schnellstmöglich vor Gericht gestellt werden.

Während der Unruhen hatte sich Coke mit seinen Bandenmitgliedern in dem Stadtviertel Tivoli Gardens verschanzt, wo er von vielen Bewohnern unterstützt und verehrt wird.

Nach den Kämpfen war er untergetaucht, und die Polizei hatte eine massive Suchaktion im ganzen Land begonnen. «The Gleaner» titelte am Mittwoch in der online-Ausgabe kurz und bündig: «We've got him!» (Wir haben ihn!). (sda)

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