18.09.2014 04:04

Swiss Skills

Berufsleute arbeiten in 70 Jobs um die Wette

An den ersten Schweizer Berufsmeisterschaften Swiss Skills kämpfen Nachwuchstalente um Medaillen. Dabei ist die Konkurrenz stark, die Zeit knapp und der Druck gross.

von
miw
Landwirt Stefan Stucki ist einer der tausend Kandidaten, der sich in den kommenden Tagen mit seinen Berufskollegen messen wird.

Landwirt Stefan Stucki ist einer der tausend Kandidaten, der sich in den kommenden Tagen mit seinen Berufskollegen messen wird.

Junge Konditoren überzeugen kritische Juroren mit ihren delikatesten Pralinen, Hufschmied-Nachwuchstalente beschlagen Eisen um die Wette und Landwirte wie Stefan Stucki (23) aus Kehrsatz zeigen beim Kühemelken ihr Können: Über die nächsten Tagen herrscht auf dem BEA-Expogelände in Bern Ausnahmezustand.

Die ersten Berufsmeisterschaften Swiss Skills zählen zu den grössten Events in Bern seit der EM 2008. Auf der Fläche von zehn Fussballfeldern werden rund tausend junge Kandidaten gegen einander antreten und ihre bereits gesammelten Berufserfahrungen vor Begutachtern und 200'000 erwarteten Besuchern unter Beweis stellen.

Pflanzen erkennen und Platten legen

Auch Jungbauer Stefan Stucki hat sich auf den Weg nach Bern gemacht, um sich dort eine Medaille seines Faches ergattern zu können. Hierfür muss er zuerst aber fünf verschiedene Aufgaben der Landwirtschaft mit Bravour bestehen. «Die Prüfungen sind sehr breit gefächert, wir müssen Kühe melken, komplizierte Maschinen einwandfrei bedienen können, in 25 Minuten 92 Pflanzen und Unkräuter beim Namen nennen und Kühe etwa nach ihrer Fleischigkeit beurteilen», sagt der Kandidat. Dafür habe er spezielle Handgriffe gelernt. Aber nicht nur die verschiedenen Aufgaben seien eine Herausforderung des Wettbewerbes, denn: «Auch die Konkurrenz ist sehr hart, hier sind die Besten der Besten.» Er selbst hat sich durch seine gute Abschlussnote (5.5) an der Landwirtschaftsschule Rütti für den Wettkampf qualifiziert.

Durch die guten Leistungen während der Ausbildung hat sich auch die Plattenlegerin Nadine Schütz (18) aus dem Berner Oberland einen Platz an den Berufsmeisterschaft ergattert. Sie hat sich in der Männerdomäne der Plattenleger durchgesetzt und wird in den nächsten Tagen unter Zeitdruck mit höchster Genauigkeit und einem vorgegebenen Sujet getreu Platten verlegen müssen. Sie gebe dabei ihr Bestes, doch eines ist der jungen Arbeiterin schon im Vorhinein klar: «Verlieren kann man bei den Swiss Skills nicht, wir sind alle bereits Gewinner.»

Wettbewerb einfach zu überlisten?

Der Swiss Skills-Wettbewerb - mit einer Woche New York als Hauptgewinn - weise eine grosse Sicherheitslücke auf und sei vor Hackern nicht sicher, dies berichtete 20 Minuten am Dienstag. Der Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer am meisten Fantickets sammeln müssen, um zu gewinnen, weist laut Lesereporter aber noch einen weiteren Fehler auf: «Mit etwas Fleiss und einem guten Drucker kann sich jeder selbst zum Gewinner küren.» Die selbst ausgedruckten Tickets müsse man danach nur noch in die Urne auf dem Event-Areal werfen und der Sieg sei sozusagen sicher. Obwohl die Organisation darauf aufmerksam gemacht worden sei, hätten sie keine Änderungen vorgenommen. Dem widerspricht die Organisation: «Unser Wettbewerb ist fair, die Abgaben der Tickets werden überwacht.»

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