Mutter von Bub aus H&M-Werbung: «Beruhigt euch mal wieder!»
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Mutter von Bub aus H&M-Werbung«Beruhigt euch mal wieder!»

Nach dem Eklat um die H&M-Werbung mit dem dunkelhäutigen Bub meldet sich nun seine Mutter zu Wort. Sie hält die Rassismusvorwürfe für übertrieben.

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Terry Mango, die Mutter des Buben aus der umstrittenen H&M-Werbung, meldete sich nach der Rassismus-Affäre zu Wort.

Terry Mango, die Mutter des Buben aus der umstrittenen H&M-Werbung, meldete sich nach der Rassismus-Affäre zu Wort.

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Sie findet die ganze Debatte übertrieben und ist komplett anderer Meinung.

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«Findet euch damit ab» und «Hört auf, Alarm zu schlagen», schrieb Mango in diversen Posts.

«Findet euch damit ab» und «Hört auf, Alarm zu schlagen», schrieb Mango in diversen Posts.

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Terry Mango, die Mutter des Jungen aus der umstrittenen H&M-Kampagne, stellt sich auf Seite des schwedischen Modekonzerns. Auf Facebook konterte sie die Kritik jener, die den Aufdruck «Coolest Monkey in the Jungle» («coolster Affe im Dschungel») auf dem Pulli ihres Sohnes als «rassistische Verunglimpfung» für Farbige sehen.

«Beruhigt euch mal wieder» und «Hört auf, Alarm zu schlagen», schrieb Mango laut «Daily Mail» in diversen Posts. Die Frau, ursprünglich aus Kenia, wohnt mit ihrer Familie in Stockholm. Ihr Sohn habe in verschiedenen Kleidungsstücken für H&M posiert – der grüne Kapuzenpulli mit dem umstrittenen Text sei nur eines davon. Sie sei beim H&M-Fotoshooting dabei gewesen, erklärt sie ausserdem.

Alle gegen H&M – ausser die Mutter

Unter Social-Media-Usern sorgte die distanzierte Position der Mutter für Verwirrung. Einige können nicht verstehen, wieso Mango das «rassistische» Motiv befürwortet. Darauf nahm die Frau erneut Stellung: «Ich verstehe wirklich nicht, was das Problem ist», schrieb sie. «Nicht, weil ich nicht will, sondern weil ich einfach anderer Meinung bin.» Jeder dürfe denken, was ihm passt, beendete Mango die Debatte.

Auch Roman Hirsbrunner, CEO der Werbeagentur Jung von Matt, nimmt die Sache weniger tragisch: «Selbstverständlich ist das Motiv sehr unglücklich gewählt. Man darf aber, glaube ich, hier H&M keine böse Absicht unterstellen, sondern bloss eine grobe Unsorgfältigkeit», sagte der Werbe-Experte zu 20 Minuten.

Boykott aufgerufen

Seit Tagen sorgt die Affäre um den Pulli für einen Shitstorm auf sozialen Plattformen. Der kanadische Sänger The Weeknd, das Werbegesicht von H&M, beendete sofort seine Zusammenarbeit mit der Marke. Manchester-United-Star Romelu Lukaku und Basketball-Legende LeBron James sowie H&M-Kunden auf der ganzen Welt riefen zum Boykott auf.

Am Dienstag erhielt das Kindermodel sogar ein Angebot des US-Rappers und Unternehmers Sean Combs alias P. Diddy: Combs besitzt eine eigene Modemarke und schlug dem Jungen einen Werbevertrag von über einer Million Dollar vor. Ob die Mutter des Buben den Millionen-Deal überhaupt schon angenommen hat, ist nicht bekannt.

H&M entschuldigte sich mittlerweile für den Fauxpas: «Wir haben falsch gehandelt, und deshalb wurde das Bild von all unseren Kanälen entfernt», sagte eine Sprecherin gegenüber 20 Minuten, kurz nachdem Kritik aufgekommen war. «Wir haben uns ausserdem entschieden, das Sweatshirt vom Markt zu nehmen.» Im Zuge des Skandals war die H&M-Aktie zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit fast neun Jahren gefallen.

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