«Arctic Sea»: Besatzung samt Entführern ausgeflogen
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«Arctic Sea»Besatzung samt Entführern ausgeflogen

Nach der Entdeckung des verschollenen Frachters «Arctic Sea» hat die russische Luftwaffe elf Besatzungsmitglieder nach Moskau gebracht. Der Kapitän blieb mit drei Seeleuten an Bord des Schiffs. Laut russischen Nachrichtenagenturen, sollen auch die Entführer nach Moskau geflogen worden sein.

Der Fernsehsender Westi-24 zeigte, wie russische Soldaten mehrere Männer in Handschellen abführten und auf die zum Inselstaat Kap Verde gehörende Insel Sal brachten. Besatzungsmitglieder sagten dem Sender, ihr Schiff mit einer Ladung Holz im Wert von 1,3 Millionen Euro sei in der Ostsee von Bewaffneten gekapert worden. Ein Besatzungsmitglied habe dies in einer SMS nach Russland übermittelt. Die Entführer hätten den Kapitän aber mit vorgehaltener Waffe gezwungen, er solle berichten, dass an Bord alles normal sei.

Die Entführer sollen nach russischen Angaben ein Lösegeld von 1,5 Millionen Dollar gefordert haben. Ansonsten hätten sie das Schiff in die Luft sprengen wollen. Schifffahrts- und Sicherheitsexperten zeigten sich jedoch skeptisch. Die Berichte über eine Lösegeldforderungen seien wenig glaubhaft, sagte der Herausgeber des russischen Marine-Informationsdienstes «Sowfracht», Michail Woitenko.

Was war an Bord?

Woitenko und andere Experten haben die Vermutung geäussert, die «Arctic Sea» habe eine geheime Fracht an Bord gehabt, möglicherweise Waffen oder Drogen. Vier der Entführer sind Esten, die übrigen kommen aus Lettland und Russland.

Am Montag entdeckte die russische Fregatte «Ladny» den Frachter. Marinesoldaten nahmen acht mutmassliche Entführer fest. Die «Artic Sea» brach am 21. Juli mit 15 Besatzungsmitgliedern in Finnland auf und sollte am 4. August in Algerien eintreffen. Den letzten Funkkontakt gab es am 28. Juli im Ärmelkanal. Vier Tage zuvor war die Besatzung nach eigenen Angaben vor der Küste von Schweden überfallen worden. (dapd)

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