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Falsche TränenBeschiss bei «Vermisst»?

Auf RTL versprüht Julia Leischik jeden Montag Hoffnung: Die Moderatorin sucht für «Vermisst» die Angehörigen verzweifelter Mitmenschen. Doch nun mehren sich Stimmen, die sich fragen: Ist alles nur ein Fake?

Mit der Real-Life-Doku «Vermisst» hat RTL am Montagabend einen wahren Tränenschocker im Programm: Moderatorin Julia Leischik verfolgt während einer Stunde jede noch so kleine Spur, um verschollene Verwandte oder Freunde in die Arme ihrer Liebsten zurückzuführen. Die Kamera fängt ein, wie die Moderatorin an fremden Häusern klingelt, um die ganze Welt fliegt und in verstaubten Archiven stöbert.

Ist alles echt bei «Vermisst»?

Doch jetzt werden Beschiss-Vorwürfe laut: Die Sendung sei aufgebauscht, die Darstellung von Leischiks aufwändiger Recherche übertrieben. Ein paar Klicks auf Facebook würden genügen, um den Betrug aufzudecken. RTL verteidigt sich gegenüber der «Bild»: Die Redaktion würde alle Möglichkeiten ausschöpfen. Die Moderatorin habe bereits jeden Kontinent bereist, um vermisste Personen aufzustöbern. Und: Die Emotionen der Beteiligten seien nicht von einem Drehbuch festgelegt.

Nie ohne meinen Dometscher

Und trotzdem bleibt ein faler Nachgeschmack: So spricht Leischik auch in indischen Slums oder thailändischen Garküchen konsequent deutsch. Das wirkt befremdlich, auch wenn der gewiefte Zuschauer bemerkt, dass sie immer einen Dolmetscher an ihrer Seite hat. Und das «Vermisst»-Team, das von Deutschland aus jeden Stein zweimal umdreht, fällt bei der Sendung komplett unter den Tisch. Und Leischik heimst die ganzen Lorbeeren – und tausend Tränen ein.

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