Medienkonferenz – «Verschlechtert sich die Situation, wird der Bundesrat sofort handeln»

Medienkonferenz«Verschlechtert sich die Situation, wird der Bundesrat sofort handeln»

Am Mittwoch berät der Bundesrat erstmals nach den Ferien. Alain Berset verkündete vergangene Woche auf Twitter, ein Massnahmenpaket inklusive Schliessungen sei bereit.

von
Newsdesk

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Mittwoch, 12.01.2022

Zusammenfassung

  • Die Quarantäne -Verkürzung gilt auch rückwirkend für Menschen, die sich aktuell in Isolation oder Quarantäne befinden.

  • Das Zertifikat soll ab 1. Februar auf 270 Tage gekürzt werden.

  • Geltende Massnahmen werden bis Ende März verlängert.

  • Zertifikate gänzliche abzuschaffen ist aktuell kein Thema.

  • Grossveranstaltungen sollen unter Einhaltung der geltenden Regeln weiter durchgeführt werden.

Medienkonferenz ist beendet

Die Konferenz ist zu Ende, besten Dank fürs Mitlesen. In Kürze folgt hier eine Zusammenfassung.

Durchführung von Skirennen

Die Bilder von vergangenem Wochenende in Adelboden gingen um die Welt. Cassis sagt, dass der Bundesrat davon ausgeht und davon ausgehen muss, dass die geltenden Regeln eingehalten werden. Unter der Verhängung einer 3G-Politik für Grossveranstaltungen könnten solche Veranstaltungen durchgeführt werden, sagt Berset.

Altersgrenze für Zertifikate

Soll die Zertifikatspflicht für die junge Altersgruppe gelockert werden? Alain Berset antwortet, dass man das durchaus diskutieren könnte. Es könnte dann aber sein, dass sich dadurch auch ältere Menschen, die sich auch haben impfen lassen, um ihren Beitrag zu leisten, benachteiligt fühlen, wenn dann nicht mehr die gleichen Voraussetzungen gelten.

Schweiz durchseuchen?

Es scheine, als wolle der Bundesrat die Schweiz durchseuchen, meint ein Anwesender, weil der Bundesrat auf neue Massnahmen verzichte. Der Bundesrat verneint. Man verzichte nicht auf neue Massnahmen, man habe schliesslich gerade eben die Dauer der Quarantäne angepasst. Es sei immer das Ziel, ein Gleichgewicht zwischen dem gesellschaftlichen Geschehen und dem medizinisch Möglichen zu wahren.

Omikron verharmlost

Könnte die Bevölkerung die Variante Omikron auf die leichte Schulter nehmen? Cassis antwortet, dass diese Gefahr bestehe. «Weiterhin müssen wir die Massnahmen strikt einhalten», antwortet Cassis und appelliert an die Bevölkerung, sich boostern zu lassen und Masken zu tragen.

Kein Zertifikat mehr

Ob man das Zertifikat nicht gänzlich abschaffen und überall zum Beispiel Masken tragen sollte, will eine Anwesende wissen.

«Im Moment erleben wir die grösste Infektionswelle seit der Pandemie, sehen aber sogar eine Reduktion auf der Intensivpflege», antwortet Berset. Es sei jetzt nicht an der Zeit, die Massnahmen zu lockern. Viele Menschen seien immer noch nicht immunisiert und das Risiko von weiter und höher steigenden Zahlen sei jetzt noch zu gross, um die Strategie zu ändern.

Kostenübernahme Antigentests

Über die Testkosten habe man heute nicht diskutiert, antwortet Gesundheitsminister Berset.

Verkürzte Quarantänedauer

Gilt die Neuregelung der Quarantäne von Morgen auch für die Personen, die sich aktuell in Quarantäne befinden? Also: «Dürfen Personen, die beispielsweise seit Sonntag in Quarantäne sind, am Freitag raus?» Die Frage beantwortet Michael Gerber von der Rechtsabteilung mit «Ja, Personen, die bereits 5 Tage in Quarantäne sind, dürfen diese ab morgen verlassen.»

Keine Quarantäne mehr

«Denkt der Bundesrat an die komplette Abschaffung der Quarantäne?», möchte eine Journalistin wissen. Das sei aktuell in Konsultation, antwortet Berset.

Szenarien sind schwierig

Ein Journalist fragt den Bundesrat, von welchem der beiden gestern von der Task-Force genannten Szenarien der Bundesrat ausgehe. Die Task-Force warnte gestern an der Medienkonferenz vor einer «Superinfektionswoche». Alain Berset antwortet, dass man vermehrt mit Spitaleintritten rechne, aber nicht unbedingt mit einer Zunahme der Anzahl an Patienten auf den Intensivstationen. «Es ist nicht leicht, aber es geht», schliesst Berset.

Die Fragerunde beginnt

Die Journalistinnen und Journalisten können jetzt ihre Fragen stellen.

Isolation und Quarantäne ab 13. Januar

Komplette Aufhebung

Es werde eine Konsultation betreffend der kompletten Aufhebung der Isolation und Quarantäne geben, sagt Berset. Weitere Konsultationen betreffend der Maskenpflicht und der Gültigkeitsdauer der Zertifikate seien ebenfalls eingeleitet. Der Bundesrat schlägt vor, die Gültigkeitsdauer der Zertifikate auf neun Monate zu reduzieren.

Grosse Hoffnung

Neue Massnahmen brauche es nicht. Es sei natürlich weiterhin das höchste Ziel, eine Überlastung der Spitäler zu vermeiden. Berset hofft, dass wir am Übergang von einer pandemischen zu einer endemischen Lage stehen. «Es ist möglich, dass die Schweiz am Wendepunkt steht», sagt der Gesundheitsminister.

Cassis übergibt an Berset

Alain Berset beschreibt, wie er kürzlich in einer alten Zeitung vom Beginn der Pandemie geblättert hat. «Es ist schon verrückt, damals wurde das Virus erst gerade entdeckt und jetzt versuchen wir immer noch, das Virus in den Griff zu bekommen.»

Alle schützen

«Wir können sie alle schützen, wenn wir uns verantwortungsvoll verhalten.» Damit meint Cassis, dass wir mit regelmässigen Tests und der Umsetzung der Massnahmen vulnerable und gefährdete Personen schützen können. Man solle an Menschen denken und nicht nur an Strukturen.

Verzicht auf Verschärfung

Cassis gibt bekannt, dass die Massnahmen nicht verschärft werden. Die bestehenden Massnahmen aber sollen bis Ende März verlängert werden und eine entsprechende Konsultation liege bei den Kantonen. «Verschlechtert sich die Situation, wird der Bundesrat sofort handeln», sagt Ignazio Cassis an der Pressekonferenz.

Cassis spricht über Omikron

Bundesratspräsident Ignazio Cassis spricht die aktuell extrem hohen Fallzahlen an: «Die Zahl war noch nie so hoch wie bis jetzt, aber vielleicht ist diese Zahl auch nicht der Hauptfaktor.» Der Bundesrat sei sich der Situation bewusst und beobachte genau. «Die Welle ist in vollem Gange», sagt der amtierende Bundesratspräsident.

Verlängerung der Massnahmen

Die am 17. Dezember in Kraft getretenen Massnahmen wären bis zum 24. Januar befristet gewesen. Angesichts der angespannten Lage in den Spitälern schlägt der Bundesrat vor, die Massnahmen bis Ende März zu verlängern. Dazu hat der Bundesrat eine Konsultation eingereicht.

Wegen der aktuell hohen Fallzahlen dürften auch die Hospitalisierungen zunehmen. Dies, obwohl die Omikron-Variante für geimpfte und genesene Personen weniger gefährlich sei als noch die Delta-Variante. Man müsse insbesondere bei den Akutbetten mit einem Anstieg von Eintritten rechnen.

Die Strategie des Bundesrats sei es, die Massnahmen so zu wählen, dass die Spitäler vor einer Überlastung geschützt würden.

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