SRF-Studios ernten Spott

Aktualisiert

Schweizer Fernsehen«Besenkammer-Look» – Zuschauer spotten über neues, teures SRF-Studio

Die «Tagesschau» und «10 vor 10» haben seit Montag ein neues Studio. Dieses gefällt nicht allen. Es sehe aus wie «secondhand bei einem Lokalsender geklaut», heisst es unter anderem. 

von
Samira Kunz

Das neue Studio von SRF erntet auf Twitter Spott.

SRF

Darum gehts

Am Montag wurden die «Tagesschau» und «10 vor 10» aus den neuen Studios von SRF gesendet. Diese stossen bei den Zuschauerinnen und Zuschauern offenbar auf wenig Begeisterung. Ein User postet auf Twitter: «Macht das Studio einfach noch mal neu und wir vergessen den heutigen peinlichen Ausrutscher im Besenkammer-Look.» Er habe richtig Mitleid mit dem Moderator gehabt.

Auch ein anderer User findet die neuen Studios «lächerlich» und noch ein anderer nennt es einen «teuren Flop». Das Studio sehe aus, als wäre es secondhand bei einem Lokalsender geklaut worden.

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt der Moderationsscreen auf dem Tisch. Ein User kommentiert diesen mit Humor: «Naja … die silberne Konsole mit der grauen Computermaus und den Plastikstelzen ist definitiv ein sehr teures Sammlerstück aus der Kulisse von Raumschiff Enterprise.» Andere fragen sich, ob es im teuren Studio nicht für einen kabellosen Screen gereicht habe. Der neue Newsroom, in dem sich auch das neue Studio befindet, soll 70 Millionen Franken gekostet haben.

«Mit der Gestaltung der neuen Studios will SRF noch mehr Authentizität und Nähe schaffen. Auf Formenvielfalt und überladene Gestaltungselemente wurde bewusst verzichtet», so SRF selbst auf seinem Medienportal. 

Auch aus der Politik kommt Kritik. Mitte-Präsident Gerhard Pfister schreibt auf Twitter, dass die «Tagesschau» das neue Studio anpreise und die «immensen Mehrkosten nur beiläufig erwähnt werden, ohne konkrete Zahlen». Dem SRF fehle es an Wettbewerb. «Kein normales Unternehmen kann sich heute diese DDR-Kommunikation leisten», so das vernichtende Urteil von Pfister.

In einem Interview mit Persoenlich.com sagt Projektleiter Remo Vogt: «Ab Montag werden wir in einer ganz neuen Landschaft produzieren. Wir haben ein Studio, das mit den Robotik-Kameras stark automatisiert ist. Alle Abläufe sind vorprogrammiert und können automatisch abgespielt werden.» Es brauche deshalb weniger Personal. Der neue Look soll zudem dafür sorgen, dass die Sendungen «newsiger» daherkommen. «Die ‹Tagesschau› und ‹10 vor 10› werden aus dem gleichen Studio gesendet. Sie sehen aber trotzdem unterschiedlich aus, da die Position der Moderation und die Kameraeinstellungen sich unterscheiden.»

Auf Anfrage schreibt SRF: «Wir nehmen Kritik und Anregungen aus dem Publikum immer ernst und lassen sie in unseren weiteren Analysen einfliessen.»

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