Zürich: Besetzer-Gruppe verbarrikadiert sich auf dem Uetliberg

Publiziert

ZürichBesetzer-Gruppe verbarrikadiert sich auf dem Uetliberg

Auf dem Uetliberg haben etwa ein Dutzend Personen ein Grundstück im Wald besetzt. Die Stadt Zürich hat vergebens versucht, das Gelände zu räumen.

von
Shila Ochsner
Daniel Krähenbühl
1 / 6
Junge Leute besetzen ein Areal im Wald am Uetliberg.

Junge Leute besetzen ein Areal im Wald am Uetliberg.

20min/Shila Ochsner
Das circa 1000 Quadratmeter grosse Gelände gehört der Stadt Zürich und wurde verpachtet. 

Das circa 1000 Quadratmeter grosse Gelände gehört der Stadt Zürich und wurde verpachtet. 

20min/Shila Ochsner
Das angrenzende Gartenhaus wurde durch einen umgefallenen Baum zerstört und wird nicht genutzt. 

Das angrenzende Gartenhaus wurde durch einen umgefallenen Baum zerstört und wird nicht genutzt. 

20min/Shila Ochsner

Darum gehts

  • Rund zehn Personen besetzen ein Gelände am Uetliberg.

  • Die städtischen Behörden fürchteten um eine Verschmutzung des Grundwassers.

  • Der Pächter des Grundstücks sympathisiert mit dem Projekt der Gruppe.

  • Verhandlungen der Parteien sind im Gange.

Etwa ein Dutzend junge Leute halten seit etwa einer Woche ein rund 1000 Quadratmeter grosses Areal an der Birmensdorferstrasse am Uetliberg besetzt. Mit zwei Zäunen, Blachen und einer Mauer aus Holz haben sich die Besetzerinnen und Besetzer mit ihren Hunden dort verbarrikadiert. Ihr Plan: Auf dem Areal mehrere Tiny Houses einzurichten, um dort leben zu können, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Die Besetzerinnen und Besetzer hatten einen ruppigen Start: Mitarbeitende der Stadt Zürich befürchteten, dass das Abwasser der Gruppe das Grundwasser verschmutzen könne. Weil das Gebiet in einer Grundwasserschutzzone liegen soll, müssten sie es innerhalb von 24 Stunden räumen. Da die Gruppe nicht auf das Ultimatum reagierte, verschafften sich städtische Mitarbeitende am letzten Freitag in Begleitung der Polizei Zutritt zum Areal. Die Begehung zeigte demnach, dass keine Gefährdung des Quell- und Grundwassers ausgeht, wie ein Mitarbeiter der Wasserversorgung der Zeitung bestätigt. Die Besetzerinnen und Besetzer haben eine mobile Toilette aufgestellt, Abwasser wird in Regentonnen gesammelt.

«Zwäge Leute»

Das Grundstück gehört der Stadt Zürich, wird laut dem «Tages-Anzeiger» aber seit Jahrzehnten an die Familie des Handwerkers Marcel Hummel verpachtet. Der 47-Jährige hätte das Stück Land früher als Rückzugs- und Erholungsort gebraucht und habe dort unter anderem auch Gemüse angepflanzt. Anfänglich sei sein Ärger über die Besetzung seines Grundstücks gross gewesen, wie er gegenüber der Zeitung sagt. Eine Strafanzeige, damit die Polizei das Areal räumen kann, wollte er trotzdem nicht unterschreiben. Nach einem klärenden Gespräch sei die Wut verflogen, er zeige Sympathie für das Projekt: «Das sind ‹zwäge› Leute, die nichts Böses wollen.» Ob er ihnen das Gelände überlassen möchte, wisse er aber noch nicht.

Wie es mit der Gruppe weitergeht, ist unklar: Wie es auf Anfrage von 20 Minuten bei der Stadtpolizei Zürich und den Zürcher Behörden heisst, stehe man mit den Besetzern in Kontakt. «Die Verhandlungen sind im Gange, dies braucht jedoch seine Zeit», sagt Philippe Klein vom Departement der Industriellen Betriebe.

Warst du schon einmal auf dem Uetliberg? 

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

20 Kommentare