Party zu Ende: Besetzer haben das Binz-Areal verlassen
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Party zu EndeBesetzer haben das Binz-Areal verlassen

Die Stadt liess die Binz-Besetzer bis am Sonntagabend um 20.45 Uhr gewähren. Beim Abzug der Aktivisten kontrollierte die Polizei rund 100 Personen.

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bee/thu
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Grosses Polizeiaufgebot am frühen Sonntagabend bei der Binz.

Grosses Polizeiaufgebot am frühen Sonntagabend bei der Binz.

Leser-Reporter
Die Aktivistin hielten Wort und begannen pünktlich das Gelände zu räumen.

Die Aktivistin hielten Wort und begannen pünktlich das Gelände zu räumen.

Leser-Reporter
Verteidigte den Entscheid, die Binz weder am Freitag noch am Samstag zu räumen: Der stellvertretende Polizeivorsteher Filippo Leutenegger vor den Medien. (19. Juli 2015)

Verteidigte den Entscheid, die Binz weder am Freitag noch am Samstag zu räumen: Der stellvertretende Polizeivorsteher Filippo Leutenegger vor den Medien. (19. Juli 2015)

Keystone/Siggi Bucher

Bis zu 500 Personen haben am Wochenende das Zürcher Binz-Areal in Beschlag genommen, um dort ein dreitägiges Fest zu feiern. Trotz Anzeigen und mehrerer Dutzend Lärmklagen liess die Stadtpolizei die Besetzerinnen und Besetzer bis am Sonntagabend gewähren.

Dann stellte sie ein Ultimatum: Bis um 20.45 Uhr musste das Gelände leer sein. Dieses hielten die Besetzer ein: Mit Traktoren transportierten die Aktivisten Material ab, wie der 20-Minuten-Reporter vor Ort berichtete. Die Stadtpolizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort, Wasserwerfer standen demnach bereit. Der Abzug verlief offenbar weitgehend friedlich.

«Es ist bis auf wenige Gegenstände sehr aufgeräumt»

Adrian Feubli von der Stadtpolizei Zürich bestätigte gegen 21 Uhr: «Im Moment ist das Areal leer. Es ist bis auf wenige Gegenstände sehr aufgeräumt.» Von jeder Person, die das Gelände verliess, wurden die Personalien aufgenommen. Um wie viele Besetzer es sich handelte oder ob Anwesende verhaftet wurden, konnte die Stadtpolizei nicht sagen.

Am Nachmittag hatte sich der stellvertretende Polizeivorsteher Filippo Leutenegger vor den Medien geäussert. Dabei verteidigte er den Entscheid, das besetzte Areal nicht zu räumen – trotz Anzeigen und Lärmklagen. Ein Polizeieinsatz schien aus Sicht der Polizei unverhältnismässig. «In diesem Fall hätten wir unter Umständen mit massiven Ausschreitungen rechnen müssen», sagte Leutenegger. Erschüttert zeigte er sich über das aggressive Verhalten mancher Besetzer: Als er sich am Samstagnachmittag ein Bild vor Ort machen wollte, wurde er von einigen jungen Männern angepöbelt und geschubst.

« Die Konsequenzen hätten verheerend sein können.»

Am Freitag waren zunächst rund 100 Besetzerinnen und Besetzer in das bereits in früheren Jahren besetzte Gelände eingedrungen. Zuvor hatten sie sich mit der Polizei Scharmützel geliefert. In einer Mitteilung kündigten die Aktivisten ein «grosses Fest» an. Damit wollten sie ein «Denkmal» setzen «für alle Freiräume, die Platz für alternatives und bezahlbares Leben boten und vernichtet wurden».

Da die Stimmung während der ganzen Zeit zwar laut, doch weitgehend friedlich blieb, entschieden Polizei und Polizeivorstand nach intensiven Diskussionen, die Menge gewähren zu lassen. Dass so viele Anwohner wegen des Lärms schlaflose Nächte hatten, sei frustrierend und tue ihm leid, sagte Leutenegger. «Wir hatten aber leider keine andere Wahl. Die Konsequenzen hätten verheerend sein können.»

Neben Anzeigen wegen Sachbeschädigung war am Samstag auch eine Anzeige des Kantons eingegangen. Dieser forderte, das ihm gehörende Areal zu räumen und die Personalien der Besetzer aufzunehmen. Damit solle sichergestellt werden, dass die Rechnung für eine allfällige Räumung nicht wie bei der letzten Räumung der Steuerzahler übernehmen müsse.

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